Ist spätes essen eigentlich gesund?

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Die späten Essenszeiten in Spanien fallen vielen Besuchern sofort auf: Mittagessen gegen 15:00 Uhr und Abendessen ab 22:00 Uhr sind hier die Norm. Diese Gewohnheit hat tiefe kulturelle Wurzeln und ist eng mit Klima, Geschichte und sozialen Bräuchen verbunden. Doch stellt sich die Frage, ob dieses späte Essen tatsächlich gesund ist oder gesundheitliche Risiken birgt.

Das heiße spanische Klima spielte eine entscheidende Rolle: Um der sengenden Mittagssonne zu entkommen, wurde früher eine Siesta gehalten, während der die Arbeit ruhte. Dadurch verschob sich der Tagesablauf, und die Mahlzeiten fanden später statt. Zudem trägt die Zeitzonenregelung aus der Franco-Ära dazu bei, dass die Sonne im Sommer spät untergeht, was das späte Essen zusätzlich begünstigt. Die Essenszeiten sind somit Teil eines geselligen, kulturellen Rhythmus, der das tägliche Leben prägt.

Ernährungsexperten warnen jedoch, dass das späte Essen negative Folgen haben kann. Am Abend verlangsamt sich der Stoffwechsel, und eine schwere Mahlzeit wird schlechter verarbeitet. Dies kann zu Gewichtszunahme führen und hormonelle Regelkreise für Hunger und Sättigung stören. Deshalb raten Experten, abends eher leichte Speisen zu wählen und mindestens zwei Stunden vor dem Schlafengehen nichts mehr zu essen.

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Interessanterweise passt die spanische Esskultur dazu: Das Abendessen ist oft leichter, mit Tapas, Salaten oder Tortilla, während schwere Gerichte wie Paella meist mittags gegessen werden. Dennoch bleibt der soziale Aspekt zentral – das gemeinsame Essen und das anschließende „sobremesa“, das lange Nachsitzen und Plaudern, sind für die Spanier wichtiger als strikte Gesundheitsregeln.

Das späte Essen in Spanien ist ein Ausdruck kultureller Tradition und Lebensart, die weit über die reine Nahrungsaufnahme hinausgeht. Gesundheitlich mag der späte Rhythmus Herausforderungen bergen, doch die soziale Komponente und die Anpassung der Speisen mildern diese Effekte. Wer in Spanien lebt oder zu Gast ist, kann sich an den Rhythmus gewöhnen – und dabei die reiche kulinarische Vielfalt und die gesellige Atmosphäre genießen.

Quelle: Agenturen