Junge Spanier und die späte Emanzipation

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In Spanien ziehen junge Menschen heute so spät wie kaum anderswo in Europa aus dem Elternhaus aus. Die aktuellen Zahlen von Eurostat für das Jahr 2025 zeigen: Das Durchschnittsalter liegt bei 30,2 Jahren, was deutlich über dem europäischen Mittelwert von 26,3 Jahren liegt. Nur Länder wie Kroatien, die Slowakei und Griechenland verzeichnen noch höhere Werte.

Die Gründe für diese Entwicklung sind vielschichtig. Hohe Wohnkosten und ein knappes Wohnungsangebot treffen auf vergleichsweise niedrige Gehälter. Insbesondere junge Spanierinnen und Spanier, die häufig länger studieren und später ins Berufsleben einsteigen, spüren diese Belastung. Für viele ist ein eigenständiges Leben finanziell kaum machbar: Laut dem Spanischen Jugendrat verschlingt eine eigene Mietwohnung fast das gesamte Gehalt. Selbst das Leben in einer Wohngemeinschaft liegt mit 33,6 Prozent des Einkommens über der als erschwinglich geltenden Grenze.

Die Entwicklung ist kein kurzfristiges Phänomen. Seit acht Jahren steigt das Auszugsalter stetig an. Während Frauen etwas früher auf eigenen Beinen stehen (29,6 Jahre), erreichen Männer diesen Schritt erst mit durchschnittlich 30,8 Jahren. Der Anteil der Jugendlichen, die tatsächlich unabhängig wohnen, ist auf historische Tiefstände gesunken.

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Die Mietpreise steigen weiter, während das Angebot an erschwinglichem Wohnraum schrumpft. Gleichzeitig bietet der Arbeitsmarkt immer seltener die nötige Sicherheit: Viele junge Erwachsene kombinieren Studium und Arbeit aus purer Notwendigkeit. Kein Wunder also, dass sich ein Großteil der jungen Generation von der Gesellschaft im Stich gelassen fühlt.

Diese Entwicklung hat weitreichende Konsequenzen – für die individuelle Lebensplanung, aber auch für die Gesellschaft als Ganzes. Es bleibt abzuwarten, welche politischen Lösungen Spanien und Europa finden werden, um jungen Menschen wieder mehr Perspektiven auf ein unabhängiges Leben zu bieten.

Quelle: Agenturen