Ein Haus, das schon seit Jahren leer steht, irgendwo in einem ruhigen Dorf, in dem die Zeit still zu stehen scheint. Für viele Spanier, aber auch Deutsche, war das nie wirklich eine Option. Doch langsam beginnt sich das zu ändern. Immer mehr Regionen in Spanien versuchen, Menschen dazu zu bewegen, gerade auf dem Land zu leben, und das tun sie mit auffallend hohen Subventionen.
Manchmal handelt es sich um Beträge, die sich erheblich summieren. Man denke an Zehntausende Euro für diejenigen, die ein Haus in einem Dorf kaufen, dessen Bevölkerung seit Jahren schrumpft. Vor allem junge Menschen und Familien werden angesprochen. Das ist auch nicht verwunderlich, denn ohne neue Bewohner drohen viele Dörfer langsam zu verschwinden.
Wenn man sich die Situation etwas genauer ansieht, erkennt man, wie ernst das Problem ist. In weiten Teilen des Landesinneren altert die Bevölkerung rasant. Schulen schließen ihre Türen und kleine Geschäfte schaffen es oft nicht mehr. Laut dem Nachrichtenmedium 20minutos hoffen die regionalen Behörden, dass finanzielle Unterstützung genau den Anstoß gibt, um die Menschen zu überzeugen.
Eine der auffälligsten Regelungen stammt aus La Rioja. Über den Plan Revive kann man bis zu 40.000 Euro für ein Haus in kleinen Dörfern erhalten. Man muss zwischen 18 und 45 Jahre alt sein, über ein begrenztes Einkommen verfügen und eine Immobilie im Wert von maximal 180.000 Euro kaufen.
Auch Navarra setzt auf mehr Einwohner. Junge Menschen bis 35 Jahre können dort zwischen 2.800 und 25.280 Euro für ein Haus in kleinen Gemeinden erhalten. Die Höhe hängt vom Einkommen und der familiären Situation ab. Sowohl private als auch Sozialwohnungen kommen in Frage, solange sie die Bedingungen erfüllen.
Auch Kantabrien macht mit. Dort kann man bis zu 10.800 Euro erhalten, etwa 20 Prozent des Kaufpreises. Die Regelung gilt für junge Menschen bis 35 Jahre, die in kleinen Gemeinden ein Haus kaufen. Es gelten ein Höchstpreis und eine Einkommensgrenze.
Auffällig ist, dass es nicht nur um den Kauf eines Hauses geht. Manche Regionen bieten auch Hilfe bei der Arbeitssuche oder sogar bei der Gründung eines eigenen Unternehmens an. Es scheint, als sei man sich bewusst, dass eine Wohnung allein nicht ausreicht, um Menschen wirklich zum Bleiben zu bewegen. Das Leben auf dem Land muss auch praktisch machbar sein.
Dennoch bleibt es für viele Menschen eine schwierige Entscheidung. Die Stadt bietet nun einmal mehr Arbeit, Infrastruktur und soziale Möglichkeiten. Auf der anderen Seite wächst bei manchen gerade das Bedürfnis nach Ruhe und Raum, vor allem jetzt, wo das Leben in der Stadt immer teurer wird.
Laut 20minutos gibt es vorsichtiges Interesse, aber es ist noch zu früh, um zu sagen, ob dieser Ansatz wirklich etwas bewirken wird. Die kommenden Jahre werden zeigen, ob die Dörfer wieder zum Leben erweckt werden oder ob es bei einem vorübergehenden Aufschwung bleibt.
Klar ist jedenfalls, dass der ländliche Raum wieder im Fokus steht. Und vielleicht, ganz vielleicht, ist dieses leerstehende Haus plötzlich gar keine so verrückte Idee mehr.
Quelle: Agenturen





