Auf den Kanarischen Inseln hat eine auffällige und laut Experten illegale Praxis auf dem Mietmarkt für große Empörung gesorgt. Eine Frau, die auf der Suche nach einer Mietwohnung war, wurde aufgefordert, 650 Euro zu zahlen, nur um eine Wohnung besichtigen zu dürfen.
Der Fall wurde von Televisión Canaria aufgedeckt und später von verschiedenen Medien aufgegriffen. Die Frau hatte sich an einen Makler gewandt, nachdem sie Interesse an einer Wohnung bekundet hatte. Kurz darauf erhielt sie ein Dokument, in dem stand, dass sie 650 Euro plus eine Sondersteuer zahlen müsse, bevor eine Besichtigung möglich sei.
Laut dem Makler handelte es sich nicht um eine obligatorische Zahlung, aber die Frau beschloss, das Dokument zu veröffentlichen, weil sie sich unter Druck gesetzt fühlte. Der Vorfall hat erneut die Aufmerksamkeit auf Missbräuche auf dem ohnehin schon angespannten Wohnungsmarkt auf den Inseln gelenkt.
Seit Mai 2023 gilt in Spanien ein neues Wohnungsgesetz. Dieses Gesetz ist eindeutig: Mieter dürfen keine Kosten für die Vermittlung, Verwaltung oder Besichtigung einer Wohnung zahlen. Alle Kosten im Zusammenhang mit der Vermietung einer Wohnung gehen vollständig zu Lasten des Vermieters.
Das bedeutet, dass Makler kein Geld für Besichtigungen, Reservierungen, Verwaltungshandlungen oder Vertragsabwicklung verlangen dürfen. Auch wenn diese Kosten anders bezeichnet werden, bleiben sie gesetzlich verboten, wenn sie dem Mieter in Rechnung gestellt werden.
Was Mieter zahlen dürfen, ist begrenzt. Es handelt sich um die erste Monatsmiete, eine Kaution in Höhe einer Monatsmiete und gegebenenfalls zusätzliche Garantien bis zu maximal zwei Monatsmieten, wenn der Vermieter dies verlangt. Andere Beträge sind nicht zulässig.
Verbraucherverbände raten Mietern, wachsam zu sein. Wenn dennoch Geld für eine Besichtigung verlangt wird, sollten Sie immer eine schriftliche Erklärung verlangen und alle Korrespondenz aufbewahren. In vielen Fällen kann eine Beschwerde bei der regionalen Verbraucherbehörde oder der Gemeinde eingereicht werden.
Quelle: Agenturen





