Massives Trinkwasserproblem auf Mallorca?

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Auf den Balearen sind bis zu 145.027 Menschen betroffen, da sie in Gebieten mit nicht genusstauglichem Leitungswasser oder mit wiederholten Grenzwertüberschreitungen leben, wie eine Untersuchung der Umweltorganisation Aliança per l’Aigua zeigt. Laut den am 27. September 2026 von Ara Balears veröffentlichten Zahlen sind 98.452 Menschen direkt in Regionen mit als ungenießbar eingestuftem Wasser betroffen. Die höhere Zahl ergibt sich, wenn man Gebiete mit immer wiederkehrenden Grenzwertüberschreitungen einbezieht, die möglicherweise bald ebenfalls als ungenießbar gelten könnten.

Das bedeutet jedoch nicht, dass all diese Menschen kein trinkbares Wasser aus dem Hahn bekommen. Auch besteht keine allgemeine Warnung für die gesamten Balearen; es geht um bestimmte Versorgungszonen, die je nach Insel und Gemeinde Unterschiede aufweisen.

Im Jahr 2025 zeigten die Untersuchungen der balearischen Gesundheitsbehörde, dass 91,7 Prozent der 144 geprüften Versorgungsnetze als tauglich eingestuft wurden, wobei bei 13,9 Prozent dennoch Zwischenfälle auftraten, die Korrekturen nötig machten. Allerdings wurden 8,3 Prozent als nicht genusstauglich bewertet. Diese Zahlen spiegeln die Situation der Netze wider und dürfen nicht direkt auf die Bevölkerungszahl übertragen werden. Für Bewohner und Besucher bedeutet dies, dass die Wasserqualität lokal bewertet werden muss und aktuelle Informationen von Gemeinde oder Versorger relevanter sind.

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Die Ursachen für die Probleme variieren: In Regionen wie Pla de Mallorca und Manacor spielt Nitratverunreinigung eine große Rolle. Küstengebiete wie Santanyí leiden unter Grundwasserversalzung. Menorca wird von Landwirtschaft und Viehzucht beeinflusst, während Ibiza und Formentera stark auf Entsalzungsanlagen angewiesen sind aufgrund ihrer begrenzten Wasservorkommen.

Laut Juan Calvo von der Aliança per l’Aigua handelt es sich um ein strukturelles Problem, verstärkt durch das Bevölkerungswachstum. Weitere Einzelheiten dazu können in den Nachrichten zur Wasser- und Umweltinfrastruktur auf den Inseln nachgelesen werden.

In Manacor auf Mallorca ist das Problem besonders akut. Die Stadt mit rund 30.000 Einwohnern leidet seit mehr als vier Jahrzehnten unter nicht trinkbarem Leitungswasser. Mit Nitratwerten über dem zulässigen Grenzwert wird auf den Wasserrechnungen explizit davor gewarnt, das Wasser zu trinken. Die Weltgesundheitsorganisation mahnt vor Gesundheitsgefahren für Säuglinge bei überschrittenen Nitratwerten.

Nur vier Prozent der Wasseranschlüsse in Manacor erhalten trinkbares Wasser aus einer Pilotanlage, die 2022 in Betrieb genommen wurde. Es gibt auch einen öffentlichen Trinkwasserbrunnen zur Versorgung der Einwohner.

Die fehlende Genusstauglichkeit verursacht erhebliche Zusatzkosten für Familien, die teils bis zu 1.600 Euro jährlich für alternatives Trinkwasser aufbringen müssen. Der Zustand des Grundwasserleiters in Manacor verbessert sich nicht, und eine Erholung könnte Jahrzehnte dauern, wie Francesc Grimalt vom städtischen Dienstleister SAM schätzte.

Ein geplantes Wasseraufbereitungsprojekt für Manacor wurde nach einer negativen Prüfung gestoppt, zugunsten eines Anschlusses an das regionale Leitungsnetz und einer künftigen Versorgung aus der geplanten Entsalzungsanlage Migjorn.

Quelle: Agenturen