Millionen Distelfalter überfluten Spanien

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In den letzten Wochen erlebte Spanien ein faszinierendes Naturschauspiel: Millionen von Distelfaltern (Vanessa cardui), auch bekannt als Mariposa Cardera, durchquerten das Land in einem beeindruckenden Zug von Süden nach Norden. Besonders auffällig waren die orange-braunen Schmetterlinge, die von der Südküste bis zu den Berggipfeln Spaniens und auf den Balearen gesichtet wurden.

Diese spektakuläre Wanderung ist eine der längsten im Tierreich. Die Distelfalter legen über mehrere Generationen hinweg eine Strecke von bis zu 15.000 Kilometern zurück – von der afrikanischen Savanne südlich der Sahara bis nach Nordeuropa. Dabei durchquert jede neue Generation einen Teil der Route, bevor sie sich fortpflanzt und den Staffelstab an die nächste weitergibt.

Die aktuelle außergewöhnlich hohe Anzahl der Tiere ist eng mit den klimatischen Bedingungen dieses Jahres verbunden: Eine warme Luftmasse aus Nordafrika, die im Mai über die Iberische Halbinsel zog, sorgte nicht nur für eine Hitzewelle, sondern trug die Schmetterlinge auf günstigen Winden über das Mittelmeer.

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Die Folge war eine massive Ankunft der Distelfalter, die Einwohner und Touristen gleichermaßen begeisterte. Trotz der großen Zahl sind die Schmetterlinge harmlos: Sie stechen nicht, fressen keine bedeutenden Ernten und verschwinden nach einigen Wochen wieder in kühleren Regionen Europas. Zudem spielen sie als Bestäuber eine wichtige ökologische Rolle.

Allerdings ist das warme Wetter, das diese Invasion begünstigte, auch ein Zeichen für die zunehmenden klimatischen Veränderungen, die Spanien und andere Regionen Europas betreffen. Für Reisende bleibt das Schauspiel der flatternden Schmetterlinge ein schönes Naturerlebnis, während die anhaltende Hitze Herausforderungen mit sich bringt.

Wer in Spanien einen dieser orange-braunen Schmetterlinge sieht, kann sich bewusst sein, dass dieses kleine Tier eine beeindruckende Reise hinter sich hat – ein lebendiges Symbol für die Wunder der Natur und die Verbindung zwischen Kontinenten.

Quelle: Agenturen