In Spanien lassen sich häufig beeindruckende Vogelschwärme beobachten, insbesondere während der Zugzeiten. Millionen von Vögeln nutzen das Land als Brücke zwischen Europa und Afrika. Studien zufolge ziehen über 130 Vogelarten durch Spanien, was ein faszinierendes Naturschauspiel darstellt.
Im Frühjahr fliegen Finken, Greifvögel und Störche von Afrika nordwärts, während im Herbst die entgegengesetzte Richtung eingeschlagen wird. Die Straße von Gibraltar ist dabei eine der wichtigsten Vogelzugrouten weltweit. Beobachter können dort Hunderte von Greifvögeln auf Thermikströmungen aus Afrika aufsteigen sehen.
Die Organisation SEO/BirdLife warnt jedoch vor Gefahren wie Klimawandel, Lichtverschmutzung und dem Verlust von Lebensräumen, die den Vogelzug zunehmend beeinträchtigen. Insbesondere die städtische Beleuchtung stellt ein Problem dar, da sie Vögel desorientiert und zu Kollisionen mit Gebäuden führen kann.
Auswirkungen dieser Veränderungen sind bereits sichtbar: Weißstörche überwintern vermehrt in Spanien, da mildere Winter und Nahrungsquellen in der Nähe von Mülldeponien die lange Reise nach Afrika weniger notwendig machen. Andere Arten, wie der kleine Turmfalke und der Schilfrohrsänger, sind jedoch stark gefährdet, da Rastplätze und Nahrungsquellen in ihren Überwinterungsgebieten schwinden.
Neue Technologien wie GPS-Sender ermöglichen es Forschern, den Vogelzug detailliert zu verfolgen und wichtige Erkenntnisse über Rastplätze, Zugrouten und Gefahren zu gewinnen. Die Straße von Gibraltar bleibt dabei ein entscheidender Korridor für den Vogelzug zwischen Europa und Afrika. Für Biologen ist dieses alljährliche Naturschauspiel immer wieder ein Wunder.
Quelle: Agenturen




