Erstmals seit über sechzig Jahren planen die USA, Anfang Dezember 2026 eine militärische Hinrichtung öffentlich durchzuführen. Besonders brisant: Die Exekution des Attentäters Nidal Hasan, der 2009 auf dem Militärstützpunkt Fort Hood 13 Menschen tötete, soll live im Internet übertragen werden. Verteidigungsminister Pete Hegseth bestätigte dieses Vorhaben und betonte die Absicht, die Hinrichtung transparent und für die Öffentlichkeit sichtbar zu machen.
Diese Ankündigung hat eine kontroverse Debatte ausgelöst – sowohl über die Legitimität der Todesstrafe als auch über die Wirkung öffentlicher Hinrichtungen. Historisch gesehen wurden in den USA seit dem 19. Jahrhundert keine Exekutionen mehr öffentlich vollzogen. Die letzte militärische Erschießung liegt über sechzig Jahre zurück, die letzte öffentliche Hinrichtung fand 1936 statt. Die nun geplante Übertragung erinnert an Zeiten, in denen Strafen zur Abschreckung öffentlich inszeniert wurden, und wirft ethische und moralische Fragen auf.
Hinzu kommt, dass die USA mit diesem Schritt in eine Reihe mit Staaten treten könnten, die sie sonst wegen Menschenrechtsverletzungen kritisieren. Nach Angaben von Amnesty International gab es 2023 weltweit mindestens 17 öffentliche Hinrichtungen – unter anderem in Afghanistan und dem Iran. Die Entscheidung der US-Regierung, eine solche Praxis wieder einzuführen, dürfte auch international für Gesprächsstoff sorgen.
Ob die geplante Live-Übertragung tatsächlich stattfindet, bleibt abzuwarten. Sicher ist jedoch, dass sie die Diskussion über die Todesstrafe, ihre gesellschaftliche Wirkung und die Rolle der Öffentlichkeit im Umgang mit Justiz massiv neu entfacht hat.
Quelle: Agenturen





