Rückwandern schwieriger als Auswandern?

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Immer mehr junge Spanier wandern aus, getrieben von Perspektivlosigkeit und wirtschaftlichen Krisen im eigenen Land. Doch obwohl drei Viertel von ihnen die Rückkehr in die Heimat anstreben, gestaltet sich diese oft als weitaus komplizierter als die anfängliche Auswanderung. Diese Entwicklung wirft ein Licht auf die vielschichtigen Herausforderungen, die mit dem Leben zwischen zwei Welten einhergehen.

Die Geschichte von Sandra Navas ist exemplarisch: 2011 verließ sie Spanien, um der Wirtschaftskrise zu entkommen, und verbrachte acht Jahre in verschiedenen europäischen Ländern. Während ihre berufliche Laufbahn im Ausland florierte, wuchs die Sehnsucht nach Familie und Heimat. Doch die Rückkehr bringt nicht nur emotionale, sondern auch praktische Hürden mit sich. Anders als bei der Ausreise, die oft ohne große Verpflichtungen erfolgt, müssen Rückkehrer heute multikulturelle Familien, Immobilien im Ausland, bürokratische und steuerliche Fragen bewältigen. Dies erklärt, warum viele Rückkehrer länger als geplant im Ausland bleiben und die Integration in die Heimat schwieriger ist als erwartet.

Psychologisch kommt hinzu, dass die Rückkehrer in ihrem eigenen Land oft das Gefühl haben, nicht mehr richtig dazuzugehören. Der sogenannte umgekehrte Kulturschock entsteht, weil sich sowohl die Umgebung als auch die Rückkehrer selbst verändert haben. Dies führt zu einer inneren Zerrissenheit und einem Gefühl der Fremdheit trotz der bekannten Umgebung.

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Ein weiterer entscheidender Faktor ist das Fehlen einer stabilen und einheitlichen Rückkehrpolitik in Spanien. Regionale Unterschiede und wechselnde politische Prioritäten erschweren die Reintegration und lassen viele Auswanderer ohne ausreichende Unterstützung zurück. Die Plattform „Volvemos“ setzt sich deshalb seit Jahren dafür ein, Rückkehrern bei den bürokratischen und persönlichen Herausforderungen zu helfen.

Abschließend zeigt sich, dass die Rückkehr junger Spanier keine einfache Rückkehr zur gewohnten Lebenswelt ist, sondern ein komplexer Prozess, der Geduld, Anpassungsfähigkeit und Unterstützung erfordert. Dennoch bleibt die Hoffnung auf eine Rückkehr stark, denn die Verbindung zur Heimat bleibt auch über Jahre der Distanz hinweg lebendig.

Quelle_ Agenturen