Es ist eine bittere Pille für alle, die in Spanien eine Wohnung suchen: Die Wohnungsknappheit nimmt immer weiter zu und die Zukunft sieht, ehrlich gesagt, ziemlich düster aus. Wenn wir den neuesten Zahlen aus dem Jahr 2026 Glauben schenken dürfen, dauert es noch gut elf Jahre – wir sprechen dann von 2037 –, bis die Engpässe endlich beseitigt sind. Vorerst scheint die Kluft zwischen dem, was die Menschen suchen, und dem, was tatsächlich verfügbar ist, nur noch tiefer zu werden.
Derzeit hat Spanien einen Mangel von etwa 600.000 Wohnungen. Jährlich werden zwar einige Häuser gebaut, meist zwischen 90.000 und 100.000, aber das ist eigentlich nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Experten weisen darauf hin, dass jedes Jahr mindestens 200.000 bis 250.000 neue Wohnungen benötigt werden, um die Situation ins Gleichgewicht zu bringen. So wie es derzeit läuft, wächst die Zahl der unerfüllten Wohnwünsche jedes Jahr weiter an.
Die Nachfrage nach einem eigenen Dach über dem Kopf ist in den letzten Jahren regelrecht explodiert. Seit 2021 wächst die Zahl der Haushalte rasant, vor allem aufgrund des Bevölkerungswachstums und der Zuwanderung nach Spanien. Mittlerweile zählt das Land über 19 Millionen Haushalte, und dieser Trend hält vorerst an. Vor allem in den großen Anziehungspunkten wie Madrid und Barcelona, aber auch entlang der beliebten Küstenstreifen, ist der Druck auf den Markt fast nicht mehr zu bewältigen.
Wo es wirklich hakt, ist in der Baubranche selbst. Diese scheint den Schlag der großen Krise von 2008 immer noch nicht ganz überwunden zu haben. Damals wurden jährlich mehr als 600.000 Wohnungen aus dem Boden gestampft, doch in den Jahren 2023 und 2024 blieben wir bei weniger als 100.000 pro Jahr stecken. Obwohl 2025 eine leichte Erholung zu verzeichnen war, ist die Produktion noch lange nicht auf dem Niveau, das nötig ist, um die Lücke zu schließen.
Und dann sind da noch diese horrend hohen Kosten. Seit 2020 ist alles – von Baumaterialien bis hin zu den Arbeitskräften auf der Baustelle – um gut 30 Prozent teurer geworden. Hinzu kommt, dass man in Spanien oft in einem bürokratischen Sumpf versinkt; vom ersten Plan bis zur endgültigen Schlüsselübergabe vergehen leicht 10 bis 15 Jahre. Das trägt natürlich nicht gerade dazu bei, das Tempo aufrechtzuerhalten.
Die Folgen dieser Situation sind für alle spürbar. Wer ein Haus kaufen möchte, zahlt jetzt im Durchschnitt 20 Prozent mehr als im Jahr 2022. Und die Mieter? Die haben es vielleicht noch schwerer, mit Steigerungen von bis zu 30 Prozent in manchen Städten. Für sehr viele Familien ist angemessenes Wohnen mittlerweile eher zu einem Luxusgut als zu einem Grundbedürfnis geworden.
Experten zufolge muss sich das Blatt wirklich wenden. Wenn wir dieses Problem wirklich angehen wollen, muss sich die Zahl der Neubauten auf mindestens 200.000 pro Jahr verdoppeln. Das gelingt nur, wenn die Regierung Baugenehmigungen schneller erteilt und ernsthaft in Wohnungen investiert, die für den Normalbürger auch wirklich bezahlbar sind.
Ohne tiefgreifende Veränderungen wird dieser Mangel wie ein Mühlstein um den Hals der spanischen Gesellschaft hängen bleiben. Wenn jetzt nicht entschlossen gehandelt wird, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass wir auch nach 2037 noch auf den Kosten sitzen bleiben. Die Preise werden weiter steigen und die Ungleichheit auf dem Wohnungsmarkt wird nur noch größer werden.
Quelle: Agenturen




