Die aus Christdemokraten, Sozialdemokraten und Liberalen bestehende Regierungskoalition Österreichs kündigte am Freitag (27.03.2026) an, bis Ende Juni einen Gesetzentwurf vorzulegen, der den Zugang zu sozialen Netzwerken für Minderjährige unter 14 Jahren verbieten soll.
Bildungsminister Christoph Wiederkehr (FPÖ) versicherte bei einer Pressekonferenz in Wien, dass das Ziel dieser Maßnahme darin bestehe, eine „gesunde und erfüllte Kindheit“ zu gewährleisten.
„Wir wissen, dass soziale Netzwerke süchtig machen und massive Auswirkungen auf die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen haben. Deshalb gibt es das uneingeschränkte Bekenntnis zu einer Altersbeschränkung“, sagte er.
Wiederkehr präzisierte, dass dieses Verbot – das noch in diesem Jahr in Kraft treten soll – mit einer Ausweitung des Unterrichts in Fächern wie Medien, Demokratie, Informatik und künstlicher Intelligenz einhergehen werde. Die neuen Fächer werden ab dem Schuljahr 2027/28 unterrichtet, bis dahin werden einige Lateinstunden gestrichen und an bestimmten Schulen auch die zweite Fremdsprache (neben Englisch), die in Österreich üblicherweise Französisch, Spanisch oder Italienisch ist.
Das vorgestellte Maßnahmenpaket bezeichnete der Minister als „ganzheitliches Konzept“, das Familien und Kinder stärke, damit sie „selbstständig und bewusst mit sozialen Netzwerken umgehen“ könnten. „Denn soziale Netzwerkebringen nicht nur Gefahren, sondern auch Chancen mit sich“, schloss Wiederkehr.
Der Staatssekretär für Digitalisierung, der Christdemokrat Alexander Pröll, erklärte seinerseits, dass zur Feststellung des Alters der Nutzer „moderne Verifizierungsmethoden“ angewendet werden, „die gleichzeitig die Privatsphäre schützen“.
„Das bedeutet, dass das Alter bestätigt werden kann, ohne dass personenbezogene Daten an die Social-Media-Plattformen weitergegeben werden müssen“, versicherte der Vertreter der österreichischen Regierung. Mit dieser Initiative schließt sich Österreich anderen europäischen Ländern wie Spanien, Frankreich, Griechenland und dem Vereinigten Königreich an, die ebenfalls Gesetze ausarbeiten, um die Nutzung von sozialen Netzwerken bis zum Alter von 14, 15 oder 16 Jahren zu verbieten.
Quelle: Agenturen




