In Spanien setzen Feuerwehrkräfte bei großen Waldbränden mitunter eine ungewöhnliche, aber bewährte Taktik ein: Sie legen bewusst kontrollierte Feuer. Diese Methode, bekannt als fuego técnico, umfasst zwei Hauptvarianten – das contrafuego (Gegenfeuer) und die quema de ensanche (Ausbreitungsbrand). Trotz ihres eigentlichen Zwecks sorgt diese Praxis in den sozialen Medien oft für Missverständnisse und Verwirrung.
Die Idee hinter dem kontrollierten Feuer ist, dass die Einsatzkräfte nicht direkt gegen die Flammen kämpfen, sondern eine Feuerbarriere schaffen, indem sie Vegetation in einem bestimmten Gebiet absichtlich abbrennen. So wird der Brennstoff, den das Hauptfeuer benötigt, entzogen, bevor es sich weiter ausbreiten kann. Beim contrafuego wird das Feuer direkt vor der Brandfront entzündet, sodass die heiße Luft des Hauptfeuers die Flammen anzieht und das Feuer in bereits abgebrannte Gebiete weiterleitet. Die quema de ensanche erweitert eine bestehende Sicherheitslinie, etwa eine Straße, indem sie dazwischenliegende Flächen gezielt abbrennt und so eine breitere Barriere schafft.
Diese Technik erfordert erfahrene Teams und präzise Koordination mit anderen Einsatzkräften, etwa Löschflugzeugen. Ohne diese Kontrolle könnte das Gegenfeuer die Situation verschlimmern, indem es das Feuer weiter anheizt. Experten betonen, dass dieses Vorgehen besonders dann sinnvoll ist, wenn Löschfahrzeuge nicht ausreichend oder das Gelände schwer zugänglich ist.
In den Medien tauchen immer wieder Videos auf, die Feuerwehrleute beim Anzünden solcher Feuer zeigen. Ohne den nötigen Kontext wirken diese Bilder oft wie Brandstiftung, was viele Menschen verunsichert und falsche Anschuldigungen gegenüber den Behörden hervorruft. Wichtig ist der Unterschied zum prescribed burn, einem geplanten Brand außerhalb der Waldbrandsaison zur Pflege von Ökosystemen, während das fuego técnico eine Notfallmaßnahme während eines aktiven Brandes darstellt.
Für Bewohner und Besucher Spaniens bedeutet das: Wenn sie mehrere Rauchquellen sehen, sollte das nicht automatisch Verdacht erregen. Die Feuerwehr arbeitet gezielt daran, größere Katastrophen zu verhindern. Es empfiehlt sich, Anweisungen der Behörden zu folgen und Informationen aus verlässlichen Quellen zu prüfen, um Missverständnisse und die Verbreitung von Fehlinformationen zu vermeiden.
Quelle: Agenturen





