Eine Umfrage mit über sechstausend Teilnehmern in Spanien hat die Tortilla de patata als das leckerste Gericht des Landes ausgezeichnet, dicht gefolgt von der Paella. Jede Region hat zudem ihre eigenen kulinarischen Vorlieben.
Das Centro de Investigaciones Sociológicas (CIS) hat kürzlich die vorläufige Studie “Turismo y Gastronomía” veröffentlicht. Darin wurden 6.029 Spanier zu ihren Lieblingsgerichten befragt, sowohl auf nationaler als auch auf regionaler Ebene, um ein umfassendes Bild von Spaniens kulinarischer Identität zu gewinnen.
Die Ergebnisse, die am Mittwoch (09.09.2026) veröffentlicht wurden, zeigen deutlich die Vielfalt der spanischen Küche. Touristen verorten oft die Paella als das Nationalgericht, doch die Zahlen deuten darauf hin, dass das einfache Kartoffelomelett eine größere Beliebtheit genießt und jede Region ihren eigenen kulinarischen Stolz pflegt.
Trotz der knappen Führung, in der die Tortilla de patata die Nase vorn hat, bleibt die Konkurrenz mit der Paella eng. 63 Prozent der Befragten halten das Kartoffelomelett für das typischste spanische Gericht, 31 Prozent setzen es sogar an die Spitze. Die Paella folgt mit 61 Prozent dicht und teilt sich den dritten Platz mit dem Jamón ibérico, der von 43 Prozent genannt wird. Infobae, eine bekannte spanische Nachrichtenplattform, berichtete hierzu ausführlich.
Die immerwährende Debatte um die Tortilla fand ebenfalls Beachtung: 71 Prozent der Teilnehmer bevorzugen Tortillas mit Zwiebeln, im Gegensatz zu 22 Prozent, die ohne auskommen möchten. In Bezug auf den Gargrad herrscht mehr Uneinigkeit: 56 Prozent mögen es, wenn die Tortilla noch leicht flüssig ist, während 27 Prozent eine gut durchgebratene Variante bevorzugen. Diese Diskussionen sind für viele Spanier vertrauter Bestandteil des Alltagslebens.
Im nördlichen Spanien sind herzhafte Eintöpfe besonders beliebt. In Asturien ist die Fabada mit 81,5 Prozent unübertroffen, während in Kantabrien der Cocido Montañés mit 77 Prozent triumphiert. Im Baskenland wird Bacalao al pil pil favorisiert, und in Galicien stehen Callos mit 56 Prozent überraschend im Vordergrund.
Im Landesinneren ist Lammfleisch besonders populär. Kastilien und León stimmen zu 44 Prozent für lechazo asado, gefolgt von cochinillo und einfach gebratenem Lammfleisch. In Aragón ist ternasco unangefochten erste Wahl mit 84,5 Prozent Zustimmung, und Madrid verehrt seinen cocido madrileño mit 76,5 Prozent.
Die Mittelmeerküste bleibt der Paella treu, wobei in Valencia 78 Prozent dieses Gericht wählen. In Katalonien ist pa amb tomàquet favorisiert, während Murcia mit der marinera punktet. Andalusien schätzt pescaíto frito und Gazpacho.
Auf den Inseln entscheiden sich die Kanaren für papas arrugadas con mojo picón. Die Balearen bevorzugen ensaimada, La Rioja wählt patatas riojana.
Schließlich zeigen die Enklaven in Afrika ihre Einflüsse: Ceuta entscheidet sich für Fischgerichte und Melilla für Cuscus mit einem starken marokkanischen Einfluss.
Quelle: Agenturen


