Spanien, unangefochtener Spitzenreiter der weltweiten Olivenölproduktion, hat die staatlichen Regeln für Olivenöl und Oliventresteröl deutlich verschärft. Ziel ist es, Betrugsfälle schneller aufzudecken und die Qualität des „flüssigen Goldes“ besser zu schützen – ein Schritt, der sowohl den Ruf der Branche als auch das Vertrauen der Verbraucher stärken soll.
Kern der Reform ist die Einführung digitaler Meldepflichten entlang der gesamten Lieferkette. Unternehmen müssen künftig nicht nur angeben, wann eine Lieferung eingetroffen ist, sondern auch Analyseberichte digital ins System hochladen. Besonders relevant ist dabei der neue Begriff des destinatario final de la mercancía – des Endempfängers der Ware. Damit will die Regierung den Weg jeder einzelnen Charge lückenlos nachverfolgen, auch bei Importen aus Drittländern.
Bisher gab es Schwachstellen: Lieferungen blieben im System häufig als „offen“ stehen, und Kontrollbehörden konnten kaum nachweisen, ob das Öl tatsächlich ausgeliefert wurde. Mit der Pflicht zur Abschlussmeldung und der digitalen Dokumentation entsteht nun eine nachvollziehbare Kette vom Presshaus bis zum Verbraucher.
Für den Transport größerer Mengen gelten bereits seit 2021 strenge Vorgaben, doch nun müssen Analyseberichte oder gleichwertige Dokumente digital bereitgestellt werden, sobald eine Sendung angemeldet ist. Die Behörden erhalten so in Echtzeit einen besseren Überblick, was die Planung von Kontrollen gezielter macht.
Langfristig will Spanien damit nicht nur die Qualität und Herkunft des Olivenöls sichern, sondern auch die Attraktivität für den Öltourismus und den internationalen Wettbewerb stärken. Für Konsumenten bleibt vorerst alles wie gewohnt – doch die neue Transparenz soll dafür sorgen, dass künftig jede Flasche hält, was sie verspricht.
Quelle: Agenturen





