Spanisches Olivenöl: Rekordernte, fallende Preise und Marktchancen

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Spanien erwartet in der aktuellen Olivenernte mit 1,6 Millionen Tonnen Olivenöl eine bemerkenswerte Steigerung von 23 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Während diese Nachricht für manche nach Wohlstand klingt, bewegen überschüssige Lagerbestände und sinkende Erzeugerpreise die Branche.

Wie üblich stammt der Großteil des Öls aus Andalusien, wobei die Provinz Jaén allein mehr als ein Drittel beisteuert. Doch nicht in allen Regionen läuft die Produktion auf Hochtouren – zahlreiche Gebiete sehen teils deutliche Rückgänge. Spannend wird die Lage durch den hohen Ölbestand: Über 350.000 Tonnen sind nach der letzten Saison übrig, von denen sich ein erheblicher Anteil weiterhin in Mühlen und bei Abfüllern stapelt. Kommt die neue Ernte hinzu, ist die Herausforderung für den Markt klar: das überschüssige Öl zu bewältigen.

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Das Überangebot zeigt bereits Wirkung. Erzeugerpreise für natives Olivenöl extra sanken laut EU-Kommission zwischen Dezember und Juni um mehr als 13 Prozent. Die landwirtschaftlichen Betriebe sehen den Preissturz mit Sorge, da ihre eigenen Kosten jüngst gestiegen sind. Viele fordern, dass die Regierung im Rahmen bestehender EU-Regeln Öl vorübergehend vom Markt nimmt. Doch die Industrie und die Wettbewerbsbehörde warnen, dass solche Eingriffe zu mehr Problemen führen könnten, insbesondere wenn die Kontrolle und spätere Maßnahmen unklar bleiben.

Ob und wann der Staat eingreift, wird sich voraussichtlich im November entscheiden und hängt von den endgültigen Zahlen ab. Parallel verstärkt Spanien die Kontrollen, damit die Transparenz und Qualität des „flüssigen Goldes“ gewahrt bleiben. Für Verbraucher hat das Überangebot einen Vorteil: Günstigere Preise dürften – mit etwas Verzögerung – auch an den Ladenregalen spürbar sein.

Quelle: Agenturen