Vor Jahren hat sich die Sparkasse mit dem Slogan “Wenn’s ums Geld geht …” in das Marketinggedächtnis eingebrannt – einer der bekanntesten Werbesprüche in Deutschland – den Erfolg werden sie wohl mit dieser Kampagne wiederholen. Die Werbeagentur Jung von Matt SPORTS wird es freuen, dass die ganze (Mallorca)Welt über die (gelungene) Kampagne redet. „Kurz, Direkt, Lustig“ und „Sofort verständlich“. Werbeziel erreicht – „Simple idea, perfect timing, perfect location. Daran werden sich die Leute erinnern“.
Der Hotelierverband von Playa de Palma (AHPP) hat am Freitag (29.05.2026) die Entfernung des riesigen Plakats am Flughafen Son Sant Joan gefordert und sich damit den Forderungen der Regionalregierung und des Consell de Mallorca in dieser Angelegenheit angeschlossen.
Die Hoteliers sind der Ansicht, dass die Werbekampagne ein Bild der Insel vermittelt, das „mit dem Exzess-Tourismus verbunden ist“, da sie „auf Codes und Anspielungen zurückgreift, die weitgehend mit Zügellosigkeit assoziiert werden“. Dies führe, so beklagen sie, zu „einem schweren Reputationsschaden für das Reiseziel“.
Das Plakat – auf dem “Was auf Malle passiert, wird auf Maller beglichen” steht – soll bei deutschen Mallorca-Besuchern die Nutzung der App Wero, ähnlich wie Bizum, bekannt machen. Der Slogan ist inspiriert vom berühmten “Was in Las Vegas passiert, bleibt in Las Vegas” – ein Wortspiel, das überhaupt nicht gut ankam. Außerdem wird Mallorca als „Malle“ bezeichnet, was der Spitzname ist, den Deutsche verwenden, um die Insel im Kontext von Partytourismus und Saufgelagen zu bezeichnen.
Der Präsident des Arbeitgeberverbandes, Pedro Marín, brachte seinen Unmut zum Ausdruck und betonte: „Wir sind erstaunt und empört über die Werbung, die unsoziales Verhalten und den Sauf-Tourismus fördert, obwohl wir dachten, wir würden alle gemeinsam gegen dieses Modell ankämpfen und auf Qualität setzen.“ In diesem Sinne betont er, dass „es den Anschein hat, als hätten Teile der Verwaltung nicht verstanden, wofür wir uns einsetzen“. Marín bezeichnet es als „völlige Verantwortungslosigkeit“, dass „diese Anzeige immer noch am Flughafen hängt: Wir erwarten, dass sie entfernt wird“.
Die Sparkasse wiederum erklärte gegenüber dem „Mallorca Magazin“, den Zusammenhang zwischen ihrem Slogan und einer bestimmten Form des Tourismus „nur schwer nachvollziehen“ zu können. Man habe zu keiner Zeit beabsichtigt, die Gefühle der Einwohner zu verletzen. Sollte das in einzelnen Fällen passiert sein, nehme man das sehr ernst und werde „den weiteren Umgang mit diesem Plakat prüfen.“
„Prüfen“ – in der Unternehmenskommunikation die zeitlose Vokabel für: Wir warten, bis der Sturm vorbeizieht.
Quelle: Agenturen





