Die Organisation Colegial Veterinaria (OCV), der spanische Berufsverband der Tierärzte, fordert eine landesweit einheitliche Impfpolitik gegen Tollwut. Anlass ist ein aktueller Tollwutfall bei einem Hund, der illegal aus Marokko über Spanien nach Italien reiste. Diese Situation verdeutlicht die Risiken, die durch uneinheitliche Impfregelungen in den autonomen Regionen Spaniens entstehen.
In Spanien bestimmt jede comunidad autónoma eigenständig, wie streng die Vorschriften für Tollwutimpfungen sind. Während manche Regionen eine jährliche Impfung vorschreiben, existieren in anderen nur schwächere Regelungen oder Anforderungen nur für als gefährlich eingestufte Hunde. Dadurch entstehen erhebliche Unterschiede im Schutz der Tiere und letztlich auch der Bevölkerung. Besonders in Gegenden wie Katalonien, wo die Impfquote niedrig ist, steigt das Risiko eines Ausbruchs.
Die OCV setzt sich deshalb für einen gemeinsamen, wissenschaftlich fundierten Rahmen ein. Ziel ist es, eine ausreichende Impfquote und somit eine Herdenimmunität zu erreichen. Um effektive Maßnahmen planen zu können, wird zunächst eine genaue Datenerhebung angestrebt: Wie viele Tiere sind tatsächlich geimpft, und wie lange hält der Impfschutz an? Gemeinsam mit wissenschaftlichen Institutionen arbeitet der Verband an einer technischen Analyse, um die politischen Entscheidungen auf belastbare Daten zu stützen.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die enge Zusammenarbeit mit nordafrikanischen Ländern, in denen Tollwut weiterhin endemisch ist. Der intensive Kontakt zwischen Spanien und diesen Regionen macht eine verstärkte Überwachung sowie koordinierte Maßnahmen zwischen den Behörden notwendig, um die Ausbreitung der gefährlichen Krankheit über Grenzen hinweg zu verhindern.
Insgesamt zeigt der Fall, wie wichtig eine einheitliche, konsequente Impfstrategie ist, um die Gesundheit von Haustieren und Menschen in Spanien wirksam zu schützen.
Quelle: Agenturen




