In den vergangenen Tagen hat sich auf Mallorca ein Schlagabtausch zwischen Tierschutzorganisationen und der Geflügelfirma „Avícola Son Perot“ zugespitzt. Im Zentrum der Auseinandersetzung stehen Vorwürfe über Missstände in den Hühnerhaltungsanlagen, begleitet von öffentlichen Streitigkeiten und juristischen Drohungen.
Die Tierschutzgruppen ARDE und Satya Animal halten unbeirrt an ihren schweren Vorwürfen fest. Sprecher Kike Gimeno betont, ihre Aussagen beruhten auf tierärztlichen Gutachten sowie überprüften Bildmaterialien. Demnach seien auf Es Caparó, einer Großanlage mit etwa 180.000 Hühnern, wiederholt Tiere unter unzumutbaren Bedingungen angetroffen worden – darunter lebende wie tote Hühner in der Güllegrube. Für die Organisationen ist dies kein Einzelfall, sondern Ausdruck systematischer Kontrollmängel.
Die Firmen Avícola Son Perot und Avícola Ballester hingegen sehen in den Anschuldigungen eine „Kampagne der Verleumdung und Unwahrheiten“ – und leiteten rechtliche Schritte gegen Kike Gimeno ein, den sie zur Rücknahme seiner Aussagen auffordern.
Doch die Tierschützer weichen nicht zurück. Ihrer Meinung nach richtet sich die öffentliche Debatte fälschlicherweise auf den aktuellen Zustand der Anlagen, anstatt die dokumentierten Missstände aus der Vergangenheit ernsthaft aufzuklären. Darüber hinaus werfen sie dem Landwirtschaftsministerium vor, die Problematik herunterzuspielen und betonen, dass letztlich die Unternehmen selbst für eine angemessene Tierhaltung und Produktqualität verantwortlich sind.
Parallel dazu wächst auch der Widerstand in der Bevölkerung: Für die Errichtung einer neuen Großanlage mit 80.000 Hennen in Son Brou wurden bereits 50.000 Unterschriften gesammelt. Die Kritik am Megastall ist laut und zeigt, dass Fragen des Tierschutzes und der Tierhaltung zunehmend auch das gesellschaftliche Bewusstsein prägen.
Letztlich steht nicht nur ein Gerichtsverfahren im Raum, sondern auch eine Debatte über ethische und nachhaltige Landwirtschaft – ein Thema, das längst über den konkreten Fall hinausweist.
Quelle: Agenturen



