„Übernachten bei Freunden“ – Neuer Urlaubstrend auf Mallorca

Vorlesen lassen? ↑↑⇑⇑↑↑ | Lesedauer des Artikels: ca. 2 Minuten -

Die Statistiken für Januar bis November 2025 zeigen, dass 3,3 Millionen Gäste angaben, bei „Freunden/Verwandten“ übernachtet zu haben. Dies wirft Fragen auf: Handelt es sich um eine harmlose Sparmaßnahme oder um eine verschleierte Form der illegalen Vermietung?

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Zwischen Januar und November 2025 gaben 3,3 Millionen Besucher der Balearen an, bei Freunden oder Verwandten untergekommen zu sein. Diese Kategorie der „Nicht-Markt-Übernachtungen“ verzeichnete einen Anstieg von etwa 10,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Gleichzeitig stagniert das Angebot im regulären Markt: Hotels und andere lizenzierte Unterkünfte wiesen lediglich ein Wachstum von 0,12 Prozent auf, während legale Ferienwohnungen um rund 14,7 Prozent auf insgesamt 1,8 Millionen Gäste zulegten.

Lesetipp:  Preise am Wohnungsmarkt auf Mallorca sind 2022 kräftig gestiegen
Gustav Knudsen | Liebe ist ein fremdes Land

Die Auswirkungen dieser Zahlen werden im Alltag sichtbar, beispielsweise bei einem Spaziergang am Passeig Mallorca: Lieferwagen, die Koffer vor Haustüren abladen, wiederholtes Klingeln in Wohngebäuden und Nachbarn, die sich im Treppenhaus über fremdsprachige Gesprächsfetzen austauschen. Ein erheblicher Teil der genannten „Gäste bei Freunden“ dürfte tatsächlich in nicht genehmigten Ferienwohnungen oder Wohnhäusern untergebracht sein, die dem regulären Markt entzogen werden.

Eine kritische Analyse der Daten deutet darauf hin, dass zwei Phänomene parallel auftreten. Erstens weichen einige Urlauber bewusst auf private, informell organisierte Unterkünfte aus – sei es aus Kostengründen oder auf der Suche nach einem authentischeren Erlebnis. Zweitens entsteht für Eigentümer ein Anreiz, ihre Wohnungen kurzfristig an Touristen zu vermieten, ohne die rechtlichen Auflagen, Steuern und Sicherheitsbestimmungen zu erfüllen. Beide Praktiken fallen unter die gleiche statistische Kategorie „bei Freunden/Verwandten“ und sind daher schwer voneinander zu trennen.

Die Problematik liegt darin, dass illegale Kurzzeitvermietungen das Angebot auf dem regulären Markt verknappen, in beliebten Gegenden die Preise in die Höhe treiben und die Zusammensetzung der Nachbarschaft verändern. Sie belasten die Infrastruktur sowie die Ressourcen von Feuerwehr, Polizei und Abfallentsorgung, ohne dass die Gemeinden dafür angemessen entschädigt werden. Darüber hinaus entstehen Sicherheitsrisiken: Versicherungsschutz, Brandschutzkontrollen und hygienische Standards sind bei illegalen Vermietungen oft nicht gewährleistet.

Quelle: Agenturen