Verkehrsstrafen in Spanien und das EUCARIS-Netzwerk

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In den letzten zehn Jahren hat sich die Zahl der Verkehrsstrafen für ausländische Autofahrer in Spanien mehr als verdoppelt. Dank der digitalen Zusammenarbeit innerhalb Europas und einer steigenden Anzahl von Radarkameras haben die spanischen Behörden immer mehr Möglichkeiten, Verstöße aufzudecken. Im vergangenen Jahr erhielten Autofahrer mit einem nicht-spanischen Kennzeichen fast zweihunderttausend Bußgelder.

Der Motor hinter diesem Erfolg ist EUCARIS, ein elektronisches System, das die Fahrzeugdatenbanken aller EU-Mitgliedstaaten miteinander verbindet. Darüber hinaus hat Spanien ein separates Abkommen mit dem Vereinigten Königreich geschlossen, um auch diese Daten auszutauschen. Mit diesem System kann die Verkehrsbehörde DGT den Halter eines Fahrzeugs schnell identifizieren. Die Geldbuße wird anschließend in der Sprache des Fahrers versandt, zusammen mit klaren Anweisungen für den Zahlungsvorgang.

Im Jahr 2024 hat die DGT insgesamt 190 Bußgeldbescheide versandt. 188 Bußgeldbescheide wurden an europäische Autofahrer ausgestellt, wobei die Regionen Katalonien und Baskenland noch nicht einmal mitgezählt wurden. Fast alle diese Bußgelder, nahezu 100 Prozent, sind das Ergebnis von Geschwindigkeitsüberschreitungen, die von Radarkameras erfasst wurden. Andere Verstöße, wie Fahren unter Alkoholeinfluss oder Telefonieren am Steuer, werden oft direkt von den Beamten vor Ort geahndet.

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Der erhebliche Anstieg der Anzahl der Bußgelder ist auf die Zunahme von Touristen und die Ausweitung der Anzahl von Radarkameras entlang der spanischen Straßen zurückzuführen.

Trotz einer höheren Wahrscheinlichkeit, einen Strafzettel zu erhalten, wird nicht jeder Strafzettel bezahlt. Im Durchschnitt werden 56 Prozent der im Ausland begangenen Verstöße beglichen. Es gibt jedoch erhebliche Unterschiede zwischen den Ländern. Autofahrer in Österreich (76 %), Deutschland (67 %) und den Niederlanden (61 %) begleichen ihre Verkehrsstrafen relativ häufig. Im Gegensatz dazu zahlen Einwohner Rumäniens und Polens deutlich seltener. Die Behörden gehen davon aus, dass sich diese Zahlen ändern werden, sobald eine neue europäische Richtlinie umgesetzt wird, die die grenzüberschreitende Ahndung weiter verschärfen wird.

Zudem ist ein Anstieg der Ermittlungen nach Verkehrsunfällen zu beobachten. Im vergangenen Jahr wurden mehr als fünfzehntausend Anträge gestellt, um nach einem Unfall oder Schadensfall Informationen über ausländische Fahrzeuge zu erhalten. Frankreich steht an der Spitze dieser Liste, gefolgt vom benachbarten Portugal. Die Kombination aus Technologie und strengeren Vorschriften hat dafür gesorgt, dass ein Urlaub ohne Verkehrsregeln in Spanien der Vergangenheit angehört.

Quelle: Agenturen