Im Supermarkt sieht man immer häufiger Produkte mit Bezeichnungen wie „bio“, „organic“ oder „eco“. Aber was bedeuten diese Begriffe eigentlich? Es ist wichtig zu wissen, dass sich diese Begriffe auf die Art der Herstellung der Lebensmittel beziehen und nichts über ihre Nährstoffe aussagen. Sie zeigen an, dass die Produkte mit Rücksicht auf die Umwelt und die Tiere hergestellt wurden, sagen aber nichts über die Qualität der Lebensmittel aus.
Obwohl die Vorschriften von Land zu Land unterschiedlich sein können, gibt es weltweit Grundprinzipien für den ökologischen Landbau und die Tierhaltung. Diese Grundsätze konzentrieren sich auf die Gesundheit, die Ökologie und die Erhaltung der Umwelt. Es geht um eine Produktionsweise, die auf die Gesundheit von Boden, Pflanzen, Tieren und Verbrauchern achtet. Zertifizierte Bioprodukte werden nach bestimmten Regeln hergestellt und verarbeitet, die diese Grundsätze schützen.
In der Europäischen Union gehören zum ökologischen Landbau und zur ökologischen Tierhaltung folgende Praktiken:
Fruchtfolge: Abwechselnder Anbau von Pflanzen, um die Bodenfruchtbarkeit zu erhalten und Krankheiten vorzubeugen.
Verbot von chemischen Pestiziden und synthetischen Düngemitteln: Stattdessen dürfen natürliche, aus Pflanzen, Tieren oder Mineralien hergestellte Pestizide verwendet werden.
Strenge Beschränkungen für den Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung: Antibiotika dürfen nur dann eingesetzt werden, wenn dies für die Gesundheit des Tieres unbedingt erforderlich ist.
Verbot von genetisch veränderten Organismen (GVO): Dies gilt sowohl für Nutzpflanzen als auch für tierische Erzeugnisse.
Nutzung lokaler Ressourcen: Dazu gehört die Verwendung natürlicher Düngemittel und die Fütterung der Tiere mit lokal erzeugtem Futter.
Freier Auslauf für die Tiere: Die Tiere sollten Zugang zu Auslauf haben und mit ökologischem Futter gefüttert werden.
An die Bedürfnisse der Tiere angepasste Tierhaltungspraktiken: Dazu gehören angemessener Platz und geeignete Lebensbedingungen.
Die Einhaltung dieser Praktiken wird von den Zertifizierungsstellen überwacht, die sicherstellen, dass die als ökologisch gekennzeichneten Erzeugnisse die festgelegten Anforderungen tatsächlich erfüllen. Das Ziel ist eine nachhaltige Produktion, die die Umwelt respektiert und zum Wohlergehen von Mensch und Tier beiträgt.
Es ist jedoch ein Irrglaube, dass Bioprodukte zwangsläufig gesünder sind. Wissenschaftliche Untersuchungen haben bisher keinen endgültigen Beweis dafür erbracht, dass ökologische Lebensmittel nahrhafter oder gesünder sind als konventionelle Produkte. Einige Studien deuten darauf hin, dass die Verbraucher von Bioprodukten im Allgemeinen einen gesünderen Lebensstil haben, was unabhängig von der Art der verzehrten Lebensmittel zu einer besseren Gesundheit beitragen kann.
Ein weiterer Diskussionspunkt ist der Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung. In der ökologischen Tierhaltung ist der präventive Einsatz von Antibiotika verboten; sie dürfen nur zur Behandlung kranker Tiere eingesetzt werden. Aber auch in der konventionellen Tierhaltung wurden die Regeln in den letzten Jahren verschärft. Seit Januar 2022 ist die präventive Verabreichung von Antibiotika an Nutztiere EU-weit verboten. Diese Maßnahmen sollen die Entwicklung antibiotikaresistenter Bakterien verhindern, die eine Gefahr für die Gesundheit von Mensch und Tier darstellen.
Was den Geschmack von Bioprodukten angeht, so ist es gut zu wissen, dass Geschmack etwas Persönliches ist und durch verschiedene Faktoren wie Erwartungen und Werbung beeinflusst werden kann. Manche Leute behaupten, dass Bioprodukte besser schmecken, aber Tests zeigen oft keine großen Unterschiede zwischen Bioprodukten und normalen Produkten von ähnlicher Qualität.
Ein weiteres Problem ist die Herkunft von Bioprodukten. Wenn Bioprodukte über weite Strecken transportiert werden, können die ökologischen Vorteile aufgrund der Treibhausgasemissionen während des Transports zunichte gemacht werden. Aus ökologischer Sicht ist es daher oft besser, lokale und saisonale Produkte zu wählen, unabhängig davon, ob sie ökologisch sind oder nicht.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass sich die Begriffe „Bio“, „Öko“ und „Öko“ auf Produkte beziehen, die nach umwelt- und tierschutzgerechten Methoden hergestellt wurden. Auch wenn diese Produkte bestimmte Vorteile in Bezug auf Nachhaltigkeit und Ökologie haben können, bedeutet dies nicht automatisch, dass sie gesünder oder nahrhafter sind als konventionelle Produkte. Als Verbraucher ist es wichtig, fundierte Entscheidungen zu treffen und nicht nur auf das Etikett zu achten, sondern auch Faktoren wie Herkunft, Saisonalität und persönliche Ernährungsbedürfnisse zu berücksichtigen.
Quelle: Agenturen





