Wie steht es um Erdbebensicherheit in Spanien?

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Spanien steht, ähnlich wie Venezuela, vor einem unterschätzten Erdbebenrisiko, besonders in den südlichen Provinzen Granada, Almería, Málaga, Murcia und Alicante sowie in den Pyrenäen. Trotz der geringeren tektonischen Aktivität im Vergleich zu Ländern wie Japan oder Chile bleibt das Risiko bestehen, da Spanien an der Grenze zweier Kontinentalplatten liegt: Afrika und Eurasien.

Die Stärke eines Erdbebens allein sagt nicht alles über das Gefahrenpotenzial aus. Ein vergleichsweise schwaches Beben kann verheerend sein, wenn es unter dicht besiedelten Gebieten mit alten, anfälligen Gebäuden auftritt. Das eigentliche Problem liegt daher in der Anfälligkeit der Bebauung und nicht nur in der Magnitude des Bebens.

Ein kritischer Punkt in Spanien sind die veralteten Bauvorschriften. Die geltende Norma de Construcción Sismorresistente (NCSE-02) stammt aus dem Jahr 2002 und basiert auf veralteten Daten und Methoden. Dadurch sind viele Gebäude nicht ausreichend gegen Erdbeben gesichert. Die Notwendigkeit einer modernisierten Norm, der NCSR-22, ist seit Jahren bekannt, doch ihre Einführung verzögert sich weiterhin.

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Besonders gefährdet sind der Südosten Spaniens, das Alborán-Meer, die östliche andalusische Küste, die Pyrenäen und die Kanarischen Inseln. Studien zeigen, dass in Regionen wie Torrevieja ein schweres Erdbeben tausende Opfer fordern könnte, vor allem während der touristischen Hochsaison. Regelmäßige kleinere Beben erinnern daran, wie aktiv die Region geologisch ist.

Prävention, Überwachung und vor allem eine konsequente Einhaltung moderner Baunormen sind entscheidend, um das Risiko zu minimieren. Ein Blick auf die Baujahre von Immobilien und deren Bauweise wird für Bewohner und Investoren in gefährdeten Gebieten immer wichtiger. Spanien muss aus vergangenen Ereignissen wie dem Erdbeben von Lorca 2011 lernen, um zukünftig besser gewappnet zu sein.

Quelle: Agenturen