Für immer mehr Menschen in Spanien ist es fast unmöglich, eine Wohnung zu finden. Aufgrund der hohen Preise ist es nicht möglich, ein Haus zu kaufen, und auch Mieten werden unerschwinglich. Die Löhne steigen kaum, während die Wohnkosten weiter steigen. Dadurch sitzen viele Familien fest, ohne Aussicht auf Besserung.
Das durchschnittliche Bruttojahresgehalt in Spanien liegt bei etwa 28.050 Euro. Ein großer Teil dieses Einkommens fließt jedoch direkt in die Wohnkosten. Haushalte mit einer Hypothek geben durchschnittlich 23 Prozent ihres Einkommens für Wohnkosten aus. Mieter sind noch schlechter gestellt und zahlen durchschnittlich 36 Prozent ihres Einkommens für Miete.
Wer eine Immobilie kaufen möchte, stößt schnell auf ein weiteres Problem: Ersparnisse. Für eine kleine Wohnung von 50 Quadratmetern sind durchschnittlich mehr als 127.000 Euro erforderlich. Banken verlangen, dass Käufer etwa 30 Prozent für Kosten und Anzahlung selbst aufbringen. Das bedeutet, dass man mehr als 38.000 Euro gespart haben muss, was für viele Menschen unerreichbar ist. In Städten wie Madrid liegt dieser Betrag sogar bei rund 66.000 Euro.
Da ein Kauf nicht möglich ist, sind viele Menschen weiterhin auf den Mietmarkt angewiesen. Aber auch dort sind die Preise hoch und das Angebot gering. Dies führt dazu, dass immer mehr Menschen gezwungen sind, bei Verwandten zu wohnen, sich ein Zimmer zu teilen oder sogar keinen festen Wohnsitz mehr zu haben.
Die Folgen sind bereits sichtbar. Die Zahl der Obdachlosen in Spanien ist in zehn Jahren um etwa 25 Prozent gestiegen. Hilfsorganisationen warnen, dass die tatsächlichen Zahlen wahrscheinlich noch höher sind als offiziell gemeldet.
Nach Ansicht von Experten reicht es nicht aus, einfach mehr zu bauen, um das Problem zu lösen. Millionen von Wohnungen stehen leer, aber sie befinden sich oft in Gebieten ohne Arbeitsplätze oder sind in schlechtem Zustand. Darüber hinaus sorgen Vorschriften, langwierige Verfahren und Unsicherheiten für Vermieter dafür, dass das Wohnungsangebot begrenzt bleibt.
Organisationen, die sich für die Bekämpfung der Obdachlosigkeit einsetzen, plädieren für mehr Sozialwohnungen und langfristige Lösungen. Zwar gibt es bereits Initiativen, doch sind diese vorerst noch zu klein, um wirklich etwas zu bewirken.
Quelle: Agenturen




