Wohnkrise und Erwerbsarmut auf Mallorca

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In Spanien verschärfen hohe Miet- und Hypothekenkosten die soziale Ungleichheit. Mehr als 770.000 erwerbstätige Menschen werden laut Oxfam Intermón durch Wohnkosten unter die Armutsgrenze gedrängt—ein Problem, das die politische und gesellschaftliche Debatte zunehmend dominiert.

Die aktuelle Studie „Cuando trabajar no es suficiente“ zeigt, dass 3 Millionen Erwerbstätige in Spanien in sogenannter Erwerbsarmut leben. Vor allem Mieten zu Marktpreisen entwickeln sich zur größten Falle: Während vor der Mietzahlung 19 % der Mieter armutsgefährdet sind, steigt der Anteil nach der Mietzahlung auf 34 %. Besonders prekär ist die Lage für Menschen aus Nicht-EU-Ländern, Teilzeitbeschäftigte, Selbstständige, Familien mit Kindern sowie Beschäftigte in Hauswirtschaft, Pflege, Landwirtschaft und Gastronomie.

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Regionale Unterschiede sind gravierend: Vor Abzug der Wohnkosten ist Andalusien am stärksten betroffen, während nach Abzug die Armutsquote insbesondere in Madrid, Katalonien und Murcia stark steigt. Sozialwohnungen sind Mangelware; sechs Mal so viele Haushalte müssen auf dem freien Markt mieten, was die Situation weiter verschärft.

Oxfam Intermón fordert unter anderem eine gesetzlich verpflichtende, regelmäßige Erhöhung des Mindestlohns und gezielte Programme für Langzeitarbeitslose. Jüngste Maßnahmen wie die automatische Verlängerung von Mietverträgen auf fünf Jahre bieten kurzfristige Entlastung, lösen aber das strukturelle Problem nicht.

Die Entwicklung unterstreicht: Arbeit allein ist kein Garant mehr für ein Leben über der Armutsgrenze. Ohne tiefgreifende Reformen im Wohnungs- und Arbeitsmarkt droht die Kluft zwischen sozialer Teilhabe und Ausgrenzung weiter zu wachsen.

Quelle: Agenturen