Das Herpes-Zoster-Virus, besser bekannt als Gürtelrose, hat in den letzten zehn Jahren in Spanien mehr als 600.000 Infektionen verursacht. Obwohl seit 2022 ein wirksamer Impfstoff zur Verfügung steht, warnt der spanische Krankenpflegeausschuss (CGE) vor einer geringen Durchimpfungsrate bei Risikogruppen. Er unterstreicht dies mit besorgniserregenden Zahlen: mehr als 65.000 Krankenhauseinweisungen zwischen 1998 und 2018 und eine steigende Inzidenz, wobei bis 2022 76.522 Fälle registriert werden.
Die Gürtelrose (spanisch: Herpes zóster) wird durch dasselbe Virus verursacht, das auch die Windpocken auslöst. Nach einer Erstinfektion kann das Virus im Körper inaktiv bleiben und später wieder aktiv werden.
Besonders gefährdet sind Menschen über 65 Jahre oder Menschen mit geschwächtem Immunsystem. Der Impfstoff kann dieses Risiko um 90 % senken und schwere Komplikationen verhindern.
Doch die Impfbereitschaft lässt zu wünschen übrig. In Regionen wie Andalusien und Valencia liegt die Quote für die erste Dosis zwischen 45 % und 55 %. Bei der zweiten Dosis sinkt sie um weitere 10 %. Nach Ansicht von Pilar Fernández, der Direktorin des Instituts für Fortbildung im Gesundheitswesen, ist dies zum Teil auf die Müdigkeit der Bevölkerung nach der Pandemie und den Einfluss von Anti-Impf-Kampagnen in den sozialen Medien zurückzuführen.
Die spanische Regierung empfiehlt die Impfung für ältere Menschen und Personen mit schweren Grunderkrankungen wie HIV, Krebs oder Patienten, die sich einer Chemotherapie unterziehen. Die Behandlung besteht aus zwei Dosen mit einem Abstand von zwei bis sechs Monaten. Der Impfstoff ist sicher und kann leichte Nebenwirkungen wie Schmerzen oder Rötungen an der Injektionsstelle hervorrufen, aber es wurden keine ernsthaften Komplikationen gemeldet.
Die CGE fordert eine bessere Aufklärung und einen breiteren Zugang zu Impfungen. Nach Ansicht des Krankenpflegers Alejandro Cremades aus Alicante ist die Aufklärung entscheidend. „Die Gürtelrose hat einen enormen Einfluss auf das tägliche Leben der Patienten. Wenn wir die Impfung fördern, können wir die Lebensqualität erhalten und die Kosten für das Gesundheitswesen senken.
Angesichts der alternden Bevölkerung in Spanien ist es dringend erforderlich, die Durchimpfungsrate rasch zu erhöhen, um eine wachsende Epidemie zu verhindern. Die CGE betont, dass mehr Kampagnen und die Zusammenarbeit mit den lokalen Gesundheitsbehörden unerlässlich sind, um die Impfziele zu erreichen.
Quelle: Agenturen



