Die Gewerkschaft UGT hat den Beginn eines unbefristeten Streiks der städtischen Müllabfuhr in Sóller auf Mallorca für den 17. Juli bekanntgegeben. Hintergrund sind festgefahrene Verhandlungen mit dem kommunalen Unternehmen, bei denen die Gewerkschaft nun zum Druckmittel Streik greift, um ihre Forderungen durchzusetzen.
Im Zentrum der Auseinandersetzung steht die Vergütung der Arbeitsstunden an Feiertagen, die künftig nicht mehr als Überstunden entlohnt werden sollen. Zudem kritisiert die UGT die Nichtbehebung technischer Mängel, die im geltenden Tarifvertrag und von der Generaldirektion für Arbeit gefordert sind. Weitere Streitpunkte sind die Ablehnung des von den Beschäftigten vorgeschlagenen Klimanotfallprotokolls sowie der Verdacht auf eine geplante Privatisierung des Müllabfuhrdienstes, den die Stadtverwaltung jedoch zurückweist.
Die Gewerkschaft betont, dass der Streik so lange andauern wird, bis diese vier zentralen Forderungen zufriedenstellend geklärt sind. Sie spricht von einer „chaotischen“ Dienstorganisation und wirft der Geschäftsführung von Sóller 2010 technische Unfähigkeit sowie eine verborgene Absicht vor, den Dienst auszulagern. Trotz eines Vermittlungsversuchs durch die Stadtverwaltung soll der Streik planmäßig am 17. Juli um 23 Uhr beginnen, falls keine Einigung erreicht wird.
Die Stadtverwaltung reagierte entschieden auf den Streikaufruf. Bürgermeister Miquel Nadal und die zuständigen Stadträte betonten, dass den Beschäftigten bereits wesentliche Forderungen, darunter Lohnerhöhungen, erfüllt wurden. Nadal zeigte sich enttäuscht über die Vorwürfe der Gewerkschaft, die der Geschäftsführung „Böswilligkeit“ und Pflichtversäumnisse unterstellt hatte. Gleichzeitig verwies er auf die Notwendigkeit, die wirtschaftliche Stabilität von Sóller 2010 zu sichern.
Der Konflikt in Sóller illustriert die Herausforderungen zwischen Arbeitnehmerinteressen und kommunaler Wirtschaftlichkeit, während die Zukunft des Müllabfuhrdienstes im Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit steht.
Quelle: Agenturen





