Die spanische Regierung hat angekündigt, ihr Veto gegen das Gesetz zur gemeinsamen Verwaltung der Flughäfen auf den Balearen zurückzuziehen. Dieses Gesetz, das bereits vom Parlament der Balearen verabschiedet wurde, sollte ursprünglich am Dienstag (08.09.2026) im Präsidialausschuss des Kongresses behandelt werden. Doch nun wird das Thema von der Tagesordnung gestrichen, und die Regierung hat sich verpflichtet, das Veto zurückzunehmen, sodass das Gesetz seinen Weg im Kongress fortsetzen kann.
Der Kurswechsel wird von verschiedenen Seiten unterschiedlich begründet. Més führt ihn auf den Druck ihres Abgeordneten Vicenç Vidal zurück, der in den Verhandlungen mit Unterstützung des Kulturministers Ernest Urtasun den Minister für Präsidialangelegenheiten, Félix Bolaños, überzeugt habe. Die Sozialisten hingegen schreiben die Kehrtwende der Präsidentin des Kongresses, Francina Armengol, zu, die auf die Bedeutung des Gesetzes für die Inseln hingewiesen habe und eine Debatte im Kongress als gerechtfertigt ansah, obwohl ihre Partei es im Parlament nicht unterstützt hatte.
Die Abstimmung über die Aufhebung des Vetos wird heute und auch in der kommenden Woche nicht stattfinden, da die Exekutive den Antrag zurückzieht. Im Präsidium des Kongresses wäre eine Mehrheit aus den Abgeordneten von Sumar und der PP vorhanden gewesen, die das Veto hätten aufheben können. Die PP auf den Balearen hatte bereits ihre Unterstützung für das Gesetz signalisiert.
Auf den Balearen selbst gibt es jedoch Zweifel an der rechtlichen Umsetzbarkeit des Gesetzes, das weitreichendere Mitbestimmungsrechte der regionalen Institutionen vorsieht als vergleichbare Regelungen im Baskenland oder in Katalonien. Das Gesetz würde unter anderem Einfluss auf die Obergrenze für Flüge an den Flughäfen gewähren.
Die Regierung argumentiert, dass das Gesetz erhebliche finanzielle Einbußen für Aena, den Betreiber der Flughäfen, und den Staat verursachen könnte. Durch niedrigere Gebühren und mögliche Passagierbegrenzungen könnten Einnahmen in Millionenhöhe verloren gehen. Zudem beruft sich die Regierung auf mögliche verfassungsrechtliche Bedenken gegen das Gesetz und verteidigt das aktuelle Modell einer zentralen Verwaltung des Flughafennetzes durch Aena.
Diese Entscheidung zur Rücknahme des Vetos markiert einen wichtigen Schritt im politischen Prozess rund um die Mitbestimmung an den Flughäfen der Balearen und zeigt, wie komplex und umstritten Fragen der regionalen Autonomie und staatlichen Kontrolle in Spanien weiterhin sind.
Quelle: Agenturen





