Irreführende Immobilienanzeigen: Makler geben sich als Privatpersonen aus

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In Spanien sorgt eine bemerkenswerte Praxis auf dem Immobilienmarkt für Unruhe: Zahlreiche Immobilienmakler und Investorengruppen tarnen sich in Anzeigen als Privatpersonen. Was auf den ersten Blick nach einem persönlichen Angebot aussieht, entpuppt sich in Wahrheit meist als Geschäftstaktik – und ruft Verbraucherschützer auf den Plan.

Drei spanische Verbraucherorganisationen – CECU, Acurema und CAES – haben mithilfe von Mystery Shopping dreizehn anonyme Immobilienanzeigen untersucht. Das Ergebnis ist eindeutig: Zwölf davon stammten von Unternehmen, nur eine von einer Privatperson. Die Organisationen reichten daraufhin Beschwerde bei der Regionalregierung von Madrid ein. Sie werfen zwei Maklern und einer Investorengruppe irreführende Werbung vor und berufen sich auf das Verbraucherschutzrecht sowie auf Gesetze gegen unlauteren Wettbewerb und irreführende Werbung.

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Die Anzeigen wirken bewusst informell: handschriftliche Zettel, persönliche Geschichten, ein Hauch von Dringlichkeit. Damit wird Vertrauen geschaffen und das Gefühl vermittelt, man habe es mit einem echten Menschen zu tun – nicht mit einem Unternehmen, das Provisionen verlangt. Besonders betroffen sind ältere Eigentümer, die nicht auf Online-Plattformen aktiv sind und für die der Zettel im Briefkasten oft der einzige Kontakt zum Immobilienmarkt ist.

Die Verbraucherorganisationen sehen hierin nur die Spitze des Eisbergs und fordern mehr Kontrolle sowie ein Verbot solcher Praktiken. Sie warnen vor spekulativen Geschäften und einer weiteren Verschärfung der ohnehin angespannten Wohnsituation in Spanien. Ob die Regulierungsbehörden tatsächlich durchgreifen, bleibt abzuwarten. Klar ist jedoch: Transparenz und ehrliche Kommunikation sind auf dem Immobilienmarkt wichtiger denn je.

Quelle: Agenturen