Langsame Drehung der Iberischen Halbinsel

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Kaum zu glauben, aber es ist wahr: Die gesamte iberische Halbinsel – also Spanien und Portugal – bewegt sich langsam im Uhrzeigersinn. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen Studie, welche die dynamische Natur unseres Planeten in den Fokus rückt und zugleich zeigt, wie subtil Erdbewegungen ablaufen können.

Geologen der Universidad del País Vasco und Partneruniversitäten kombinierten Erdbebendaten aus über 100 Jahren mit präzisen Satellitenmessungen. Ihr Befund: Während der Norden Spaniens beinahe stillsteht, bewegt sich der Süden und Südwesten messbar – allerdings lediglich 2 bis 3 Millimeter pro Jahr. Die Ursache liegt im Zusammenspiel der afrikanischen und eurasischen Platte, die im südlichen Bereich der Halbinsel ungleichmäßig aufeinandertreffen und so den Drang zur Rotation auslösen, ähnlich wie eine Tür, die an einer Seite stärker gedrückt wird.

Wie misst man solche winzigen Bewegungen? Die Forscher griffen sowohl auf jahrzehntelange Erdbebenmechanismen als auch auf ein dichtes Netz von Satellitennavigationsstationen zurück. Das Resultat: Eine jährliche Drehung im Bereich von 2 bis 4 Nanoradian – das entspricht gerade einmal 0,1 bis 0,2 Grad pro Million Jahre.

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Besteht dabei Gefahr für die Bevölkerung? Nicht direkt, aber die Studie hilft, Zonen mit erhöhter Spannung in der Erdkruste zu lokalisieren, insbesondere im Südwesten und Westen der Pyrenäen. Dort erfolgen regelmäßig Erdbeben, deren zugrunde liegende Verwerfungen dank dieser Forschungen besser erfasst werden können.

Auch wenn das Mittelmeer nicht in absehbarer Zeit verschwindet und Spanien nicht mit Marokko verschmilzt, unterstreicht diese Entdeckung: Unser Kontinent bleibt in Bewegung – wenn auch oft unbemerkt und in geologischen Zeiträumen.

Quelle: Agenturen