Australische Kakerlake erobert Spanien

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Die australische Kakerlake (Periplaneta australasiae) hat Spanien als Lebensraum stark erweitert. Einst vor allem auf den Kanarischen Inseln heimisch, ist sie inzwischen weit bis ins spanische Festland vorgedrungen. Wissenschaftler konnten die Art an unzähligen Orten nachweisen – von Balkon und Garten über Supermarktlager bis hin zu Fabrikhallen. Damit zeichnet sich ein deutliches Bild ihrer Anpassungsfähigkeit und Ausbreitung ab, das sowohl Forschung als auch Bevölkerung vor neue Herausforderungen stellt.

Bis vor wenigen Jahren galt die australische Kakerlake vor allem als Inselbewohnerin der Kanaren. Ihre Ausbreitung auf das Festland begann erst spät, mit Funden ab 2016, etwa in Urretxu und in Madrid. Seitdem häufen sich Nachweise aus unterschiedlichsten Regionen wie Granada, Marbella, Gijón oder Salamanca – oft in Gebäuden, wo sie Schutz vor Kälte sucht. Die Insekten bevorzugen warme, feuchte Umgebungen mit Verstecken in Ritzen und Kellern. Besonders wichtig dabei ist: Die Tiere überwintern in Häusern und warten so auf wärmere Zeiten, um sich weiter auszubreiten.

Die australische Kakerlake erreicht eine Länge von knapp 3 Zentimetern und lässt sich durch ihre zwei gelben Streifen auf den Vorderflügeln identifizieren. Sie unterscheidet sich von der bekannteren amerikanischen Kakerlake (Periplaneta americana) nicht nur durch Größe und Muster, sondern auch im Verhalten: Während die amerikanische Art häufig in der Kanalisation lebt, bevorzugt die australische Art Parks, Gärten und Vorratsräume. Diese Unterschiede helfen bei der genauen Erkennung und Bewertung der Schädlingssituation.

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Die weitere Ausdehnung der australischen Kakerlake hängt entscheidend von der Temperatur ab. Konkret benötigen ihre Nymphen mindestens 17,1 Grad Celsius zur Entwicklung, während oberhalb von 30 Grad die Sterblichkeit steigt. Im Mittelmeerraum und im Süden Spaniens, wo die Sommer warm und die Winter mild sind, bieten sich ideale Bedingungen. In Städten und bebauten Gebieten finden die Tiere zudem Unterschlupf in Gebäuden während kühler Zeiten. So erwarten Experten, dass die Populationen in den kommenden Jahrzehnten weiter zunehmen werden. Gleichzeitig ist jedoch nicht zu erwarten, dass die australische Art die amerikanische in ihren Beständen übertrifft, da letztere auch bei niedrigeren Temperaturen erfolgreich ist.

Die australische Kakerlake etabliert sich zunehmend auf dem spanischen Festland und stellt aufgrund ihrer Anpassungsfähigkeit eine wachsende Herausforderung dar. Ihre Ausbreitung zeigt exemplarisch, wie Klima und Urbanisierung die Verbreitung von Schädlingen fördern. Für Immobilienbesitzer und die Schädlingsbekämpfung bedeutet dies, dass Sensibilität und Prävention auch außerhalb der warmen Jahreszeiten wichtig sind. Mit fortschreitendem Klimawandel könnte sich dieser Trend weiter verstärken – ein Weckruf, die ökologischen Auswirkungen und Vorsorgemaßnahmen eng im Blick zu behalten.

Quelle: Agenturen