Der deutsche Bundeskanzler, Friedrich Merz, lehnte am Freitag (24.04.2026) die Möglichkeit einer Aufstockung des nächsten Haushalts der Europäischen Union für die Jahre 2028–2034 ab, da „Europa mit den vorhandenen Mitteln auskommen muss“, um neue Prioritäten zu finanzieren, weshalb „in anderen Bereichen“ gekürzt werden müsse.
Ebenso bekräftigte er Berlins Ablehnung, im Rahmen des neuen mehrjährigen Finanzrahmens (MFR) gemeinsame Schulden oder Eurobonds zu emittieren.
„Europa muss mit dem Geld auskommen, das wir haben, und das bedeutet auch, dass wir neue Prioritäten setzen müssen“, sagte Merz in einer Erklärung gegenüber der Presse bei seiner Ankunft zum zweiten Tag des informellen Gipfeltreffens, das die Staats- und Regierungschefs der EU in Nikosia abhalten.
Die europäischen Staats- und Regierungschefs werden diesen zweiten Tag unter anderem der Diskussion über den nächsten mehrjährigen EU-Haushalt und der Möglichkeit der Einführung neuer Eigenmittel zur Finanzierung des Haushalts widmen.
Ein Haushalt, der laut dem von der Europäischen Kommission vorgelegten Entwurf für den nächsten Siebenjahreszeitraum 1,7 Billionen Euro (2 Billionen zu aktuellen Preisen) beträgt, und das Ziel der Staats- und Regierungschefs ist es, die für die Verabschiedung erforderliche Einstimmigkeit noch vor Jahresende zu erreichen.
Der deutsche Bundeskanzler sagte, die EU müsse „neue Prioritäten setzen, und das bedeutet, dass wir auch die Ausgaben des EU-Haushalts in anderen Bereichen reduzieren müssen“.
„Was Deutschland nicht in Betracht zieht, ist eine Erhöhung der Verschuldung oder europäische Anleihen (Eurobonds) auf den Kapitalmärkten. Dies ist eine Position, die Deutschland nicht vertritt. Das wissen die Kollegen. Viele teilen meine Meinung“, fuhr Merz fort. In diesem Sinne sagte der Ministerpräsident der Niederlande, Rob Jetten, dass „es von entscheidender Bedeutung ist, dass der EU-Haushalt in den kommenden Jahren erheblich modernisiert wird, um unsere Sicherheit zu gewährleisten und eine solidere Wirtschaft aufzubauen“.
„Wir können tatsächlich Mittel umschichten. Wir geben immer noch viel europäisches Geld für die Agrarpolitik aus. Das lässt sich viel effizienter gestalten“, erklärte Jetten, der betonte, dass es „absolut entscheidend“ sei, den aktuellen Vorschlag erheblich zu kürzen.
Quelle: Agenturen




