In Spanien gewinnt das Konzept des Cohousing als innovative Wohnform zunehmend an Bedeutung. Besonders für ältere Menschen bietet es eine attraktive Alternative zum teuren und oft isolierenden Leben allein oder dem Aufenthalt in Pflegeheimen. Cohousing, hierzulande auch als vivienda colaborativa bekannt, ermöglicht gemeinschaftliches Wohnen mit individuellen Freiräumen.
Das Prinzip ist simpel: Eine Gruppe von Menschen gründet eine Genossenschaft, die eine Wohnanlage gemeinschaftlich errichtet oder kauft. Jeder Bewohner besitzt ein lebenslanges Nutzungsrecht an einer eigenen, voll ausgestatteten Wohnung, teilt jedoch Gemeinschaftsräume wie Küchen, Gärten oder Bibliotheken mit den anderen. Diese Struktur senkt Einstiegskosten und fördert soziale Kontakte.
Ursprünglich in Dänemark entstanden, erlebt Cohousing in Spanien vor allem bei Senioren einen Aufschwung. Angesichts einer alternden Gesellschaft und wachsender Einsamkeit bietet das Modell einen Mittelweg zwischen Alleinleben und Pflegeheim. Die Kosten für Pflegeheimplätze sind hoch, und oft sind die Wartelisten lang. Cohousing ermöglicht selbstständiges Wohnen mit unterstützender Gemeinschaft und Pflege in der Nähe.
Besonders in Regionen wie Katalonien, Madrid und der Comunidad Valenciana wächst das Modell. Die Zusammenarbeit mit lokalen Behörden, die öffentliches Land für den Bau bereitstellen, erleichtert die Umsetzung. Projekte wie Trabensol in Torremocha del Jarama oder Residencial Santa Clara in Málaga zeigen, wie erfolgreich gemeinschaftliches Wohnen funktionieren kann.
In einer Zeit, in der soziale Isolation für ältere Menschen eine große Herausforderung darstellt, schafft Cohousing eine lebendige Gemeinschaft, die selbstbestimmtes Altern im vertrauten Umfeld ermöglicht.
Quelle: Agenturen





