Spanien ist nicht nur für seine vielfältige Landschaft bekannt, sondern auch für seine besonderen Wetterphänomene, die oft mit eigenen, jahrhundertealten Namen versehen sind. Wer längere Zeit in Spanien lebt oder regelmäßig dorthin reist, wird schnell feststellen, dass ein spanischer Wetterbericht anders klingt als der in Deutschland. Begriffe wie DANA, Calima oder Levante sind keine Fremdwörter, sondern beschreiben spezifische meteorologische Ereignisse und Winde, die das Klima und den Alltag prägen.
Die DANA (Depresión Aislada en Niveles Altos) ist ein isoliertes Tief in großer Höhe, das früher als „gota fría“ bekannt war. Es entsteht, wenn kalte Luft aus der Höhe auf warme und feuchte Mittelmeerluft trifft, was zu heftigen Regenfällen und oft gefährlichen Überschwemmungen führt – besonders im Osten und Südosten Spaniens. Die Calima hingegen ist eine Staubwolke aus der Sahara, die die Luft trübt und vor allem die Kanarischen Inseln sowie das Festland betrifft. Bei Regen entsteht daraus der sogenannte lluvia de barro, ein Schlammbedeckter Niederschlag, der sichtbare Spuren hinterlässt.
Spanien zeichnet sich auch durch eine Vielzahl charakteristischer Winde aus. Der Levante ist ein feuchter Ostwind, der vor allem an der Straße von Gibraltar und an der Mittelmeerküste starken Regen bringen kann. Der Cierzo ist ein kalter, trockener Nordwestwind, der das Ebro-Tal prägt und sowohl nützlich für die Landwirtschaft als auch herausfordernd für den Alltag ist. Bekannt ist auch der Terral, ein heißer, trockener Wind, der im Sommer besonders in Málaga für unangenehme Temperaturen sorgt. Der Tramontana weht kalt und stark in Katalonien und auf den Balearen, während der Poniente als erfrischender Westwind an der Costa del Sol gilt, aber im Osten trocken und warm wird.
Ein weiteres Phänomen ist der Reventón, ein plötzlicher, heftiger Abwind aus einer Gewitterwolke, der in kurzer Zeit heftige Schäden anrichten kann. Besonders in den Sommermonaten sind diese Downbursts gefürchtet, da sie kaum vorhersehbar sind.
Für alle, die in Spanien leben oder dort Urlaub machen, ist das Verständnis dieser Begriffe mehr als nur eine sprachliche Besonderheit. Es hilft, Wettervorhersagen richtig einzuschätzen und sich besser auf die jeweiligen Bedingungen einzustellen. So spricht das spanische Wetter mit einer eigenen Sprache – einer Sprache, die Wind und Wetter seit Jahrhunderten einen Namen gibt und den Alltag der Menschen maßgeblich beeinflusst.
Quelle: Agenturen





