Das Ende von Gibraltar als Steuerparadies

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Nach 35 Jahren endet ein bedeutendes Kapitel in der Steuerpolitik Spaniens: Gibraltar wurde am Wochenende offiziell von der nationalen schwarzen Liste der Steuerparadiese gestrichen. Diese Entscheidung wurde im spanischen Staatsanzeiger veröffentlicht und ist seit Sonntag (28.06.2026) rechtskräftig.

Seit 1991 galt der britische Übersee-Felsen als nicht kooperierende Jurisdiktion im Steuerbereich, bekannt als Steuerparadies. Das spanische Finanzministerium, Hacienda, begründet die Änderung mit mehreren wichtigen Entwicklungen: Gibraltar hat ein bilaterales Abkommen mit Spanien zur Steuerzusammenarbeit unterzeichnet und tauscht mittlerweile aktiv Steuerinformationen aus. Zudem entspricht Gibraltar den internationalen Standards der OECD, verzichtet auf niedrige oder gar Nullsteuersätze und hat die globale Mindeststeuer aus Säule II ratifiziert. Dies signalisiert eine klare Abkehr von den früheren steuerlichen Privilegien.

Im gleichen Zuge wurden auch andere Länder wie Barbados, Dominica, Samoa, die Seychellen und Trinidad und Tobago von der Liste gestrichen, während Russland aufgrund eines als schädlich bewerteten Steuersystems hinzugefügt wurde. Die Entscheidung steht zudem in engem Zusammenhang mit dem im Juni 2025 geschlossenen historischen Gibraltar-Abkommen zwischen Spanien, Großbritannien und der EU, das eine Normalisierung der Beziehungen nach dem Brexit vorsieht. Ein zentrales Element dieses Pakets ist die steuerliche Zusammenarbeit als Basis für fairen Wettbewerb sowie der geplante Abbau des Grenzzauns zwischen Gibraltar und der spanischen Gemeinde La Línea.

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Für Menschen und Unternehmen an der Costa del Sol und in der Region Campo de Gibraltar bringt diese Entwicklung Erleichterungen: Transaktionen mit Gibraltar unterlagen bislang strengeren Kontrollen, die nun entfallen. Das betrifft Unternehmen, Grenzgänger und Immobilienbesitzer auf beiden Seiten der Grenze. Fabian Picardo, Regierungschef Gibraltars, sieht in der Streichung eine Korrektur einer „historischen Ungerechtigkeit“ und betont die Bedeutung für die grenzüberschreitenden Beziehungen.

Insgesamt markiert die Streichung Gibraltars von der schwarzen Liste einen wichtigen Schritt zur wirtschaftlichen Integration und Zusammenarbeit in der Region, der mehr Stabilität und Chancen für die Bevölkerung verspricht.

Quelle: Agenturen