Mit dem Verschwinden von Supermercados Dani geht in Spanien eine Ära preisbewussten Einkaufens zu Ende. Jahrelang von der Verbraucherorganisation OCU als günstigste Kette ausgezeichnet, wird Dani nun von der andalusischen Konkurrenz El Jamón vollständig übernommen. Das bislang vertraute Ladenschild verschwindet bereits in diesem Monat aus den Straßen Ostandalusiens.
Dani war vor allem in der Provinz Granada präsent, expandierte aber mit jeweils mehreren Filialen nach Jaén, Málaga und Almería. Trotz der bevorstehenden Umbenennung bleiben alle 570 Beschäftigten bei El Jamón angestellt – ein seltener Lichtblick in einer Branche, die häufig von Rationalisierungen geprägt ist.
Der Aufstieg Danis begann 1959 in Granada, als Gründer Daniel Lozano einen simplen, aber wirkungsvollen Grundsatz verfolgte: Der niedrigste Preis gewinnt die Kunden. Mit dieser Maxime erreichte Dani einen OCU-Preisindex von 100 und lag damit vor anderen Spar-Ketten wie Family Cash oder Tifer.
Doch nicht nur Nostalgie begleitet die Übernahme — es ist auch ein Zeichen für die Dynamik des spanischen Einzelhandels. Große Ketten wie Mercadona behaupten weiterhin starke Marktanteile, während Wettbewerber wie Lidl, Dia und Aldi kräftig wachsen. In diesem Wettbewerbsumfeld wird Einkaufspreis für viele zum Wahlkriterium – und ein Markenname zum Symbol für Sparpotenzial.
Für die Kundschaft bedeutet die Übernahme zunächst allenfalls kosmetische Veränderungen: Die Arbeitsplätze bleiben erhalten, Preise jedoch könnten sich mittelfristig an das Niveau von El Jamón anpassen. Ob die legendäre Preispolitik Danis weitergeführt wird, bleibt abzuwarten. Sicher ist jedoch: Die Supermarktlandschaft Spaniens bleibt in Bewegung – und wer aufmerksam bleibt, kann auch künftig sparen.
Quelle: Agenturen





