Die außergewöhnliche Pflanzenvielfalt Spaniens: Ein botanisches Meisterwerk

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Spanien beherbergt über 6.000 wildwachsende Pflanzenarten, von denen fast ein Viertel ausschließlich auf der Iberischen Halbinsel und den Balearen gedeiht. Nach fast vier Jahrzehnten intensiver Forschung wurde die gesamte Flora dieser Region kartiert – eines der umfangreichsten botanischen Projekte Europas, koordiniert vom Königlichen Botanischen Garten von Madrid.

Das Ergebnis ist beeindruckend: 6.120 Arten verteilen sich auf 1.262 Gattungen und 189 Familien. Etwa 22 Prozent davon sind endemisch, das heißt, sie wachsen nur hier und nirgendwo sonst auf der Welt. Dieses Vorkommen ist außergewöhnlich und hebt Spanien von anderen europäischen Ländern deutlich ab. Während in Deutschland die endemischen Pflanzenarten kaum zu zählen sind, ähnelt die Vielfalt Spaniens derjenigen in Griechenland oder Italien und liegt nur knapp hinter der Türkei.

Diese Einzigartigkeit erklärt sich durch die Geschichte der Eiszeiten: Während weite Teile Nordeuropas von dicken Eisschichten bedeckt waren, bot der Süden Zuflucht für zahlreiche Pflanzen. Heute jedoch sind viele Naturparks Spaniens bedroht, und etwa 40 Prozent des Landes leiden unter Verfall und Wüstenbildung.

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Einzigartige Pflanzenarten Spaniens
Einige Arten wachsen nur auf winzigen Flächen, teils nicht größer als ein Fußballfeld. Beispiele sind das fleischfressende Pinguicula nevadensis aus der Sierra Nevada oder die seltene Schlüsselblume Primula subpyrenaica aus den Pyrenäen. Weitere einzigartige Arten sind unter anderem:

Plantago nivalis – die „Schneestern“ oberhalb von 3.000 Metern
Viola crassiuscula – das Veilchen der Sierra Nevada
Asparagus macrorrhizus – Wildspargel am Mar Menor
Naufraga balearica – eine winzige Pflanze aus Mallorca

Die umfangreiche Arbeit der Botaniker beinhaltete auch die Klärung von über 67.000 Bezeichnungen, da viele Pflanzen regional unter verschiedenen Namen bekannt sind. Trotz intensiver Forschung konnten einige Arten nicht mehr gefunden werden, und 26 Arten gelten bereits als ausgestorben. Die Bedrohung durch Naturkatastrophen, wie etwa Brände, zeigt, wie fragil dieses wertvolle Ökosystem ist.

Spaniens Pflanzenwelt ist ein einzigartiges Erbe, das nicht nur die Schönheit und Vielfalt der Natur widerspiegelt, sondern auch den dringenden Schutz und die nachhaltige Bewahrung dieser Kostbarkeiten verlangt.

Quelle: Agnturen