Die Sonne und die Mond

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Sie waren beste Freundinnen, starteten gemeinsam eine Bühnenkarriere, doch dann kam der Bruch. Sonja, genannt Sonne, wurde von Jana von Mond verraten. Jahre später steht Jana – inzwischen ein Comedy-Star – vor der Tür von Sonnes Bestattungsunternehmen und bittet sie, die Trauerfeier für ihren Liebsten auszurichten. Alte Wunden brechen auf, neue werden zugefügt. Die Sonne und die Mond können ihre Umlaufbahn nicht verlassen, sie leuchten weiter, jede auf ihre Art, mal kalt, mal warm.

Pressestimmen

»Chris Kraus ist ein besessener Erzähler.« — Martina Knoben / Süddeutsche Zeitung
»Kraus hat ein ausgeprägtes Gespür für Pointen.« — Silja Ukena / Kulturspiegel
»Chris Kraus erzählt eine Geschichte über die Höhen und Tiefen von Freundschaft.« — Gala
»Eine Geschichte über Schuld, Verlust und den Tod, aber auch über die Kraft der Freundschaft. Ich wollte zugleich lachen, weinen, alles – großartig!« — Petra Schulte / emotion

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Über den Autor

Chris Kraus, geboren 1963 in Göttingen, ist Schriftsteller, Drehbuchautor und Filmemacher. Seine auch international erfolgreichen Kinofilme (darunter ›Die Blumen von gestern‹, ›Vier Minuten‹) wurden vielfach ausgezeichnet, u.a. mit sieben Deutschen Filmpreisen. Als Romancier ist Chris Kraus mit bisher vier Romanen hervorgetreten. Sein literarischer Durchbruch, das Familienepos ›Das kalte Blut‹, wurde in viele Sprachen übersetzt und avancierte in Frankreich und Spanien zum Bestseller. Der Autor lebt in Berlin.

Lesermeinung

In Chris Kraus’ Roman “Die Sonne und der Mond” prallen zwei Welten aufeinander, die unterschiedlicher kaum sein könnten und doch auf bizarre Weise miteinander verbunden sind. Sonja Meling, eine Bestattungsunternehmerin mit dem poetischen Firmennamen „Sommernachtstraum“, und Jana, eine gefeierte Komikerin, deren Lebensinhalt das Lachen ist, finden nach Jahren der Entfremdung wieder zueinander, als Jana einen schmerzlichen Verlust erleidet und auf die Dienste von Sonja angewiesen ist.

Was einst eine tiefe Freundschaft war, ist nun von Stacheldraht und unausgesprochenen Vorwürfen umgeben. Kraus entwirft ein ebenso skurriles wie berührendes Bild dieser ungewöhnlichen Wiederbegegnung. Der Roman fordert den Leser zunächst heraus. Kraus’ Stil ist opulent, detailreich und verschachtelt, was den Einstieg etwas mühsam gestalten kann. Doch wer sich darauf einlässt, wird mit einer tiefgründigen Auseinandersetzung mit den Themen Tod, Leben, Freundschaft und Versöhnung belohnt.

Ähnlich wie bei Michael Köhlmeier finden sich groteske Elemente und überraschende Wendungen, die die Geschichte immer wieder in unerwartete Richtungen lenken. Im Zentrum steht der Tod, unweigerlich und allgegenwärtig. Doch Kraus beleuchtet auch die Facetten des Lebens, die dem Tod vorausgehen und untrennbar mit ihm verbunden sind. Seine Figuren sind kauzig und exzentrisch, ihre Innenwelten manchmal fragmentarisch, aber gerade in ihren Unvollkommenheiten wirken sie authentisch. Die Konflikte zwischen Sonja und Jana sind originell und vielschichtig dargestellt, voller bissigem Humor und schmerzlicher Ehrlichkeit.

Kraus scheut sich nicht, die dunklen Seiten der menschlichen Natur zu zeigen: Eifersucht, Verrat, die Unfähigkeit zur Liebe. Doch er zeigt auch die Sehnsucht nach Nähe, die Schwierigkeit, Distanz zu wahren, und die Notwendigkeit der Vergebung.

“Die Sonne und der Mond” ist mehr als nur ein Trauerbuch. Es ist eine Hommage an die Unvollkommenheit des Lebens, an die Kraft der Freundschaft und an die Möglichkeit der Versöhnung. Kraus’ Roman ist ein Plädoyer für Akzeptanz, sowohl des Lebens als auch des Todes, und eine Erinnerung daran, dass wir alle soziale Wesen sind, die voneinander abhängen. Trotz aller Tragik und Melancholie schwingt in diesem Roman immer auch ein Hoffnungsschimmer mit.

Kraus’ Humor, seine sprachliche Virtuosität und seine liebevolle Zeichnung seiner Figuren machen “Die Sonne und der Mond” zu einem außergewöhnlichen Leseerlebnis. Ein Beerdigungsinstitut als Schauplatz einer Geschichte über Leben und Tod – das ist in der Tat mal etwas anderes und zeugt von Kraus’ Mut zur Originalität. Wer sich auf diesen ungewöhnlichen Roman einlässt, wird mit einer tiefgründigen und berührenden Lektüre belohnt.