Dramatischer Rückgang von Vögeln und Schmetterlingen in Spanien

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Europa sieht sich einer alarmierenden Entwicklung gegenüber: Sowohl Vogel- als auch Schmetterlingspopulationen nehmen drastisch ab, und selbst ambitionierte Naturschutzmaßnahmen scheinen diesen Trend nicht stoppen zu können. Besonders betroffen ist Südeuropa, allen voran Spanien, wo die Auswirkungen des Artenrückgangs bereits deutlich sichtbar sind.

Eine aktuelle Studie von französischen und spanischen Forschern, veröffentlicht in „Nature Ecology & Evolution“, untersucht 265 Vogel- und 144 Schmetterlingsarten über den Zeitraum von 2000 bis 2021. Die Prognosen für das Jahr 2050 zeichnen ein düsteres Bild: Selbst unter der Annahme, dass alle Länder die Europäische Biodiversitätsstrategie und den Green Deal vollständig umsetzen, werden die Bestände weiter schrumpfen. Laut dem Forscher Lluís Brotons vom CREAF kann kein Szenario den Rückgang aufhalten oder umkehren.

Die Ursachen sind vielfältig und wirken zusammen. Intensive Landwirtschaft mit Monokulturen, Pestiziden und Kunstdüngern führt zu eintönigen Landschaften, die besonders für Feldvögel und Wiesenfalter lebensfeindlich sind. Feldvögel haben in den letzten zehn Jahren bereits 77 Prozent ihrer Bestände verloren. Der Klimawandel verschärft die Lage durch veränderte Niederschlagsmuster und steigende Temperaturen, die viele Schmetterlingsarten stark belasten. Ein oft unterschätzter Faktor ist die Waldbewirtschaftung: Entvölkerte ländliche Regionen führen zu monotonen Wäldern ohne Lichtungen, was die Artenvielfalt weiter gefährdet.

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Spanien trifft diese Entwicklung besonders hart. Dort gingen beispielsweise die Bestände des Alzacola rojizo zwischen 2004 und 2020 um fast 95 Prozent zurück. Hinzu kommen weitere Bedrohungen wie Stromschläge und Kollisionen mit Leitungen, die jährlich rund 30.000 Vögel das Leben kosten. Trotz der Ausweitung von Vogelschutzgebieten bleibt der Schutz unzureichend.

Auch bei Schmetterlingen zeigt sich kaum Hoffnung: Wärme liebende Arten wandern in höhere Gebirge, doch der Raum dort ist begrenzt – so sind etwa 30 Prozent der spanischen Schmetterlingsarten bedroht. Bewegende Naturphänomene wie die Massenzüge der Distelschmetterlinge zeigen jedoch die empfindliche Reaktion dieser Tiere auf Wetteränderungen.

Zusammenfassend bleibt Naturschutz unerlässlich, doch ohne tiefgreifende Veränderungen in Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Klimapolitik wird der Rückgang unaufhaltsam bleiben. Das Beispiel Galiciens zeigt, wie wirtschaftliche Interessen wie die Eukalyptusplantagen den Schutz eher behindern als fördern. Der Schutz unserer Artenvielfalt erfordert deshalb entschlossenes Handeln und neue Wege, um Lebensräume wirklich zu erhalten und zu fördern.

Quelle: Agenturen