Einfluss ausländischer Immobilienkäufer in der Provinz Alicante

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In der Provinz Alicante dominieren zunehmend ausländische Käufer den Immobilienmarkt, insbesondere in Küstengemeinden. In acht Gemeinden gehen mehr als 80 Prozent der Immobilienverkäufe an Nicht-Spanier, wobei San Miguel de Salinas mit über 90 Prozent internationalen Käufern die Spitze bildet. Dieses Phänomen hat weitreichende wirtschaftliche und soziale Auswirkungen auf die Region.

San Miguel de Salinas, ein Dorf mit rund 7.000 Einwohnern, verzeichnete im letzten Jahr nur 49 Verkäufe an Einheimische, während 479 Immobilien an Ausländer gingen – hauptsächlich Niederländer, Belgier und Briten. Dieser Trend spiegelt sich in weiteren Gemeinden wie Rojales, Algorfa und Benijófar wider, wo der Anteil internationaler Käufer ebenfalls über 80 Prozent liegt. Auch größere Städte wie Orihuela und Torrevieja weisen hohe Anteile ausländischer Käufer auf, bei 79 beziehungsweise 78 Prozent.

Im Gegensatz dazu bleibt der Anteil ausländischer Immobilienkäufer im Landesinneren der Provinz deutlich geringer, meist unter 20 Prozent. Dort dominieren eher Einwanderer aus Südamerika und dem Maghreb. In Städten wie Alicante und Elche ist der Anteil moderater, bei 40 beziehungsweise 18 Prozent.

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Die wirtschaftlichen Vorteile für die Provinz sind enorm: Der Verkauf von Immobilien an Ausländer brachte im vergangenen Jahr rund 6,5 Milliarden Euro ein – mehr als der kombinierte Export der Industrie- und Agrarwirtschaft. Zudem führen internationale Eigentümer zu einem stetigen Besucherstrom, der den Tourismussektor stärkt. Käufer behalten ihre Immobilien heute länger, was unter anderem durch den Trend zum Homeoffice und die gute Flughafenanbindung begünstigt wird.

Andererseits führt die hohe Nachfrage aus dem Ausland zu steigenden Immobilienpreisen, die sich Einheimische immer schwerer leisten können. Ausländische Käufer zahlen im Durchschnitt 56 Prozent mehr als spanische Käufer. Die spanische Regierung erwägt daher Maßnahmen wie eine Abgabe auf Immobilienkäufe durch Nicht-EU-Bürger oder eine Kurtaxe, um den Preisanstieg zu bremsen und den Bau erschwinglicher Wohnungen zu fördern. Ob diese Maßnahmen greifen, bleibt abzuwarten.

Alicante hat sich inzwischen zur beliebtesten Provinz Spaniens für internationale Immobilienkäufer entwickelt und macht etwa 20 Prozent aller grenzüberschreitenden Immobilientransaktionen im Land aus – ein Vielfaches dessen, was man aufgrund der Einwohnerzahl erwarten würde. Diese Entwicklung zeigt, wie globalisierte Immobilienmärkte lokale Lebensrealitäten tiefgreifend verändern können.

Quelle: Agenturen