Im zweiten Halbjahr 2025 setzte die Comunitat Valenciana einen bemerkenswerten Meilenstein auf dem spanischen Immobilienmarkt: Fast 10.000 Immobilien gingen an ausländische Nichtansässige über – das entspricht 40 Prozent aller derartigen Verkäufe in Spanien. Damit übertrifft diese Region sogar die Kombination der Top-Regionen Madrid und Katalonien.
Diese Zahlen stammen vom Consejo General del Notariado, der für seine präzisen Daten zum Anteil ausländischer Käufer am spanischen Immobilienmarkt bekannt ist. Als „ausländische Nichtansässige“ gelten Käufer, die keine offiziellen Einwohner Spaniens sind. Innerhalb dieser Gruppe entfallen allein vier von zehn Verkäufen auf die Region Valencia, wobei insbesondere die Provinz Alicante als Anziehungspunkt für internationale Käufer hervortritt. Andalusien folgt mit etwa einem Viertel, Katalonien liegt bei knapp neun Prozent.
Doch warum zieht gerade die Comunitat Valenciana so viele ausländische Investoren an? Die Antwort ist vielfältig: Neben erschwinglichen Preisen, die mit denen in Madrid oder Barcelona nicht vergleichbar sind, locken das vielfältige Angebot an Immobilien sowie das ganzjährig milde Klima. Selbst im zweiten Quartal 2026 blieb die Region ein Magnet: Rund ein Drittel der Immobilienverkäufe entfiel auf ausländische Käufer – ein deutlicher Zuwachs von 31 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Nicht ohne Grund: Fast die Hälfte aller Verkäufe in Alicante gehen inzwischen an Nicht-Spanier.
Die Käuferstruktur zeichnet ein klares Bild: Insbesondere Niederländer, gefolgt von Deutschen und Briten, dominieren den Markt unter den Nichtansässigen. Mit durchschnittlichen Quadratmeterpreisen von 3.242 Euro zahlen sie hier deutlich mehr als ansässige Käufer. Diese Entwicklung spiegelt eine langjährige Präferenz der Niederländer für Spanien wider, verbunden mit dem Wunsch nach Sonne, großzügigem Wohnraum und zum Teil auch steuerlichen Vorteilen.
Die steigenden Preise sind ebenfalls bemerkenswert: Spanische Immobilien erreichen mit einem Durchschnitt von 2.487 Euro pro Quadratmeter einen neuen Rekord – ein Plus von knapp 10 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Während Madrid mit 4.477 Euro pro Quadratmeter die Spitzenposition innehat, bleibt die Comunitat Valenciana trotz Preisanstieg vergleichsweise erschwinglich. Für Käufer, die preisbewusst sind, bieten ländliche Regionen Spaniens oft noch deutlich günstigere Optionen.
Eine wichtige Änderung im Kaufverhalten zeichnet sich ab: Viele ausländische Käufer sehen ihre Immobilie heute nicht mehr nur als Ferienrefugium, sondern planen den dauerhaften Umzug nach Spanien. Fast ein Drittel nutzt die Immobilie als jetzigen oder zukünftigen Hauptwohnsitz. Dies erklärt den hartnäckigen Nachfrageboom in der Region Valencia, der sich auch gegen eine generelle Abschwächung des nationalen Marktes behauptet – im Gegensatz zu einem landesweiten Verkaufsrückgang verzeichnet die Ausländernachfrage weiterhin Zuwächse, insbesondere auf den Balearen.
Für Einheimische wird dadurch der Erwerb bezahlbaren Wohnraums erschwert, was in den betroffenen Provinzen zunehmend Besorgnis hervorruft. Die Herausforderung für lokale Politik und Gesellschaft besteht darin, einen ausgewogenen Immobilienmarkt zu schaffen, der sowohl internationalen Investoren als auch den Bedürfnissen der ansässigen Bevölkerung gerecht wird.
Die Erfolgsgeschichte der Comunitat Valenciana auf dem internationalen Immobilienmarkt verdeutlicht einen tiefgreifenden Wandel: Die Region entwickelt sich vom beliebten Ferienziel zum begehrten Lebensraum für eine internationalisierte Käuferschaft – und stellt damit andere Spitzenregionen Spaniens in den Schatten.
Quelle: Agenturen



