Die Einführung eines Pfandsystems auf Flaschen und Dosen in Spanien galt als großer Schritt für den Umweltschutz. Geplant war, dass ab November 2026 beim Kauf von Wasserflaschen oder Getränkedosen ein Pfand von zehn Cent erhoben und bei Rückgabe der leeren Verpackung erstattet werden sollte. Doch das ambitionierte Projekt steckt weiterhin im bürokratischen Stillstand.
Die Herausforderung ist enorm: Rund 500.000 Verkaufsstellen müssten ihre Logistik anpassen, und jährlich wären bis zu 20 Milliarden Verpackungen betroffen – ein Pfandwert von etwa 2 Milliarden Euro.
Umweltverbände wie Greenpeace kritisieren die Verzögerungen scharf und fordern eine zügige Benennung der Verantwortlichen. Die spanische Verwaltung ringt jedoch mit Zuständigkeiten und Formalitäten: Vier Bewerber konkurrieren um die Systemverwaltung, doch bislang fehlt eine endgültige Entscheidung. Auch ein neuer Erlass zur Definition, welche Verpackungen einbezogen werden sollen, steht noch aus.
Die Zeit drängt: Nur 41,3 Prozent der Verpackungen wurden 2023 gesammelt, weit weniger als in anderen europäischen Ländern mit etablierten Pfandsystemen. Die EU gibt Spanien bis spätestens Januar 2029 Zeit, ein funktionierendes System einzuführen. Unternehmen warten ab, ob neben Plastikflaschen und Dosen auch Getränkekartons erfasst werden, und zögern mit Investitionen in Rücknahmeautomaten, da Planungssicherheit fehlt.
Ob und wann das Pfandsystem wirklich kommt, ist ungewiss. Politische und administrative Hürden könnten das Projekt weiter bremsen. Doch der Druck wächst: Die Umwelt und europäische Vorgaben machen klar, dass Spanien langfristig nicht umhinkommt, das Sammelsystem grundlegend zu modernisieren.
Quelle: Agenturen



