Jeden Sommer entbrennt an den Pools vieler spanischer Hotels der sogenannte „Guerra de las tumbonas“ – der Liegestuhlkrieg. Dabei reservieren Urlauber sich schon vor Sonnenaufgang Liegestühle, indem sie Handtücher und persönliche Gegenstände darauflegen, ohne die Plätze tatsächlich zu nutzen. Dieses Phänomen führt zu Ärger und Konflikten, denn wer später kommt, findet oft keine freien Liegen mehr vor.
Besonders an beliebten Küstenorten wie Teneriffa, Benidorm oder Almería ist das Problem allgegenwärtig. Gäste rennen in Bademänteln zu den Pools, um sich die besten Plätze zu sichern, obwohl sie diese nicht sofort brauchen. Solche Szenen sorgen regelmäßig für virale Videos, in denen Gäste sich hitzig streiten oder Aktionen zeigen, wie das Entfernen von Handtüchern auf reservierten Liegen.
Der Hauptgrund für dieses Chaos ist die Diskrepanz zwischen der Anzahl der Hotelgäste und der verfügbaren Liegestühle. Viele All-inclusive-Resorts haben mehr Besucher als Plätze am Pool, was den Konkurrenzdruck erhöht. Besonders Vier- und Fünf-Sterne-Hotels an den Kanaren oder der Costa Blanca spüren diese Problematik, da Pool und Sonnenterrasse zum Standardangebot zählen, für das Gäste bezahlen.
Um dem Liegestuhlkrieg Herr zu werden, setzen Hotels immer öfter Maßnahmen ein: Personal räumt ungenutzte Reservierungen weg, digitale Reservierungssysteme über Apps werden eingeführt, und manche Hotels öffnen die Poolbereiche nur zeitlich gesteuert, um einen Ansturm zu vermeiden. Solche Regeln müssen klar kommuniziert und konsequent durchgesetzt werden, um wirksam zu sein.
Ein weiterer Aspekt ist die rechtliche Verantwortung: Ein Gericht in Hannover entschied kürzlich, dass Reiseveranstalter für eine gerechte Liegenverteilung verantwortlich sind und sprach Schadenersatz zu, nachdem ein Tourist trotz früher Ankunft keine Liege fand. Dieses Urteil unterstreicht, wie ernst das Thema zunehmend genommen wird.
Der „Guerra de las tumbonas“ zeigt, wie alltägliche Urlaubssituationen durch Überbuchung und mangelnde Organisation in Stress und Streit ausarten können. Für Gäste und Hotels bleibt die Herausforderung, fairere und praktikablere Lösungen zu finden, damit der Sommer am Pool wieder entspannt genossen werden kann.
Quelle: Agenturen





