Beschimpfungen von Flugbegleitern, Schlägereien unter Passagieren – aggressive Vorfälle an Bord von Flugzeugen und auf Flughäfen scheinen zuzunehmen. Eine Umfrage unter verschiedenen Fluggesellschaften bestätigt diesen Trend.
Die internationale Luftfahrtorganisation IATA meldet, dass es weltweit auf etwa 468 Flügen zu Zwischenfällen mit ungebührlichem Verhalten von Passagieren kommt. Häufig spielt Alkoholkonsum eine entscheidende Rolle. Transavia kündigt eine branchenweite Untersuchung der Alkoholbeschränkungen entlang der gesamten Reisekette an.
Die Fluggesellschaft berichtet, dass die Hälfte ihres Personals jährlich mit Bedrohungen, Einschüchterungen oder Gewalt konfrontiert wird, was sich negativ auf die Sicherheit und Ruhe an Bord auswirkt.
Auch Ryanair-Chef Michael O’Leary beklagt die Zunahme von Aggressionen und daraus resultierenden Flugumleitungen. Er kritisiert den Alkoholausschank in Flughafenbars bereits am frühen Morgen und fordert ein Ende dieser Praxis. KLM bezeichnet Störungen als ein wachsendes Problem und betont, dass Aggressionen sehr ernst genommen werden.
Verantwortungsbewusstes Verhalten der Passagiere sei entscheidend, und die Crew ist geschult, unangemessenes Verhalten frühzeitig zu erkennen und zu intervenieren. Dies kann den Verzicht auf Alkoholausschank oder zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen zur Folge haben.
EasyJet sieht den Alkoholkonsum am Flughafen als Hauptursache und betont strenge Richtlinien an Bord. Ein Vorfall auf einem Jet2-Flug, der aufgrund einer Schlägerei nach rassistischen Äußerungen außerplanmäßig landen musste, verdeutlicht die Eskalationsgefahr. Forderungen nach härteren Maßnahmen gegen Störenfriede, wie beispielsweise eine landesweite „schwarze Liste“, scheiterten bisher an politischer Uneinigkeit.
Die Pilotenvereinigung VNV kritisiert, dass die Regierung das Personal im Stich lässt und es nicht hinnehmbar sei, dass Passagiere nach Fehlverhalten auf einem Flug ungestraft mit einer anderen Fluggesellschaft weiterreisen können.
Quelle: Agenturen





