In der spanischen Region Extremadura stehen seit Jahrzehnten ungenutzte Getreidesilos aus Beton, Zeugen einer vergangenen Agrarwirtschaft. Diese Bauwerke erleben nun eine Renaissance durch die Energiewende. Die Region plant, sie in riesige thermische Speicher umzuwandeln, um überschüssige Solarenergie zu speichern.
Das Projekt THESILO, das Anfang 2026 in Torremocha vorgestellt wurde, nutzt ein stillgelegtes Silo als Testanlage. In sonnenreichen Gebieten wie der Extremadura entsteht oft ein Überschuss an Solarenergie, der nicht vollständig genutzt werden kann.
THESILO zielt darauf ab, diese Energieverschwendung zu reduzieren. Spanien hat mit der Überproduktion von Solarenergie zu kämpfen. Im Jahr 2024 wurden 1,7 Terawattstunden erneuerbarer Energie ungenutzt verworfen, da das Stromnetz überlastet war.
Die Lösung von THESILO ist einfach: Überschüssiger Strom wird in Wärme umgewandelt und in den Betonsilos gespeichert. Hocheffiziente Heizelemente erhitzen das Innere des Silos, wobei kostengünstige Materialien wie recycelte Reststoffe aus Steinbrüchen als Speichermedium dienen.
Ein ähnliches Konzept wird bereits in Finnland erfolgreich eingesetzt. Die gespeicherte Wärme kann über Wärmetauscher an lokale Industrien, Schulen oder Wohnhäuser weitergeleitet werden. Dies könnte langfristig die Heizkosten in der Region senken.
Das Projekt zielt auch darauf ab, die ländlichen Gemeinden zu fördern und Arbeitsplätze zu schaffen. Die Pilotanlage in Torremocha soll zeigen, ob der Ansatz im großen Maßstab funktioniert. Es müssen noch rechtliche und umwelttechnische Hürden überwunden werden. Wenn das Projekt erfolgreich ist, könnten die stillen Zeugen einer vergangenen Agrarära eine neue Zukunft erhalten.
Quelle: Agenturen





