Glutenfreie Lebensmittel deutlich teurer als “Übliche”

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In Spanien müssen Menschen mit Zöliakie oder Glutenunverträglichkeit im Durchschnitt 830,40 Euro pro Jahr mehr für ihre Ernährung ausgeben. Dies geht aus dem Preisbericht 2026 der spanischen Vereinigung für Zöliakie und Glutenunverträglichkeit hervor, wie das Seniorenmagazin 65YMÁS berichtet.

Im Supermarkt fallen die Preisunterschiede sofort auf: Glutenhaltiges Brot, Nudeln, Kekse und Frühstücksprodukte sind oft in großer Auswahl, zu günstigen Preisen und mit regelmäßigen Sonderangeboten erhältlich. Glutenfreie Alternativen hingegen finden sich meist in einem kleineren Regal, manchmal neben Diätprodukten oder versteckt in der Bio-Ecke. Eine Packung glutenfreies Brot ist schnell leer und teurer. Für Familien, in denen ein Kind oder ein Elternteil an Zöliakie leidet, macht sich dies wöchentlich an der Kasse bemerkbar.

Laut der spanischen Patientenvereinigung ist dieser Aufpreis keine freie Wahl, sondern eine medizinische Notwendigkeit. Betroffene müssen Gluten strikt meiden, da es bei ihnen zu gesundheitlichen Problemen führt. Die Einhaltung einer glutenfreien Ernährung ist lebenslang erforderlich, da eine Nichtbeachtung schwerwiegende Folgen haben kann. Brot ist in Spanien ein Grundnahrungsmittel und fester Bestandteil des täglichen Lebens. Für Menschen mit Zöliakie bedeutet dies ständige Kontrollen: Wurde es separat gebacken? Ist das Messer sauber? Gab es Kontakt zu glutenhaltigem Brot?

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Auch das Essen gehen gestaltet sich schwierig. In Großstädten sind Restaurants zunehmend auf glutenfreie Gäste eingestellt, aber außerhalb der Touristenzentren variiert das Wissen stark. Oftmals wird fälschlicherweise angenommen, dass ein Gericht glutenfrei ist, obwohl es durch Kreuzkontamination verunreinigt wurde. Dies ist besonders für Einheimische, die dies wöchentlich erklären müssen, ermüdend.

Der spanische Kongress hat im Oktober 2025 die Behandlung eines Gesetzentwurfs zur finanziellen Entschädigung von Menschen mit Zöliakie gebilligt, der sich jedoch seitdem in der Phase der Änderungsanträge befindet. Die Patientenvereinigung fordert die Aufhebung der Blockade, da die höheren Lebensmittelkosten struktureller Natur sind. Spanien hinkt damit anderen europäischen Ländern hinterher, die bereits finanzielle Unterstützung für Betroffene leisten. Medikamente und Fachärzte werden erstattet, aber die Kosten für die Ernährung müssen die Familien größtenteils selbst tragen.

Dies ist besonders in Spanien problematisch, da Brot, Mehl und frittierte Tapas eine wichtige Rolle in der Esskultur spielen. Wer am gesellschaftlichen Leben teilnehmen möchte, muss oft vorher anrufen, Etiketten lesen und gegebenenfalls eigenes Essen mitbringen. Zöliakie ist in Spanien auch eine soziale Angelegenheit, da Essen oft gemeinschaftlich eingenommen wird.

In einer solchen Kultur fällt es schwerer, „nein“ zu sagen. Menschen mit Zöliakie zahlen also nicht nur mehr Geld, sondern auch in Form von Planung, Erklärungen und verpasster Spontaneität. Die zusätzlichen Kosten von 830,40 Euro pro Jahr sind für Rentner, Alleinerziehende und Familien mit mehreren Diagnosen eine erhebliche Belastung. Es handelt sich um feste medizinische Mehrkosten, die wöchentlich anfallen.

Quelle: Agenturen