Gran Canaria hat sich am vergangenen Wochenende erneut als der heißeste Flecken Spaniens erwiesen. Im kleinen Dorf Tasarte, das zur Gemeinde La Aldea de San Nicolás an der Westküste gehört, wurden am Sonntag (02.08.2026) sensationelle 44,4 Grad gemessen. Am Montag folgte eine weitere Rekordtemperatur von 43,8 Grad, womit Tasarte für zwei Tage in Folge die Spitzenposition in den landesweiten Temperaturmessungen innehatte.
Besonders auffällig ist, dass die drei höchsten Temperaturen des Landes am Montag ausschließlich auf Gran Canaria registriert wurden: Hinter Tasarte meldete Lomo de Pedro Alfonso im Mittelgebirge von San Bartolomé de Tirajana 42,2 Grad, Agüimes 41,2 Grad. Aufgrund dieser Hitze wurde für große Teile der Insel sowie die Berggipfel die Alarmstufe Rot verhängt – eine der strengsten Warnungen des spanischen Wetterdienstes AEMET.
Diese außergewöhnliche Hitze ist kein Zufall, sondern eine Folge meteorologischer Besonderheiten, die Gran Canaria von anderen Regionen Spaniens unterscheiden. Während das ganze Land bereits seit Monaten von mehreren Hitzewellen betroffen ist, sorgt auf der Insel eine Kombination aus intensiven Sonnenstunden, trockenen Winden und warmen Luftströmen aus den Bergen für extreme Temperaturanstiege besonders in Tälern wie Tasarte. Dort staut sich die heiße Luft und führt zu außergewöhnlich hohen Thermometerwerten, während andere Regionen Spaniens sich nachts bereits etwas abkühlen können.
Neben den Tageshöchstwerten bleiben auch die Nächte tropisch heiß: Das Thermometer sinkt kaum unter 20 Grad, eine sogenannte “noche tropical”, die eine hohe gesundheitliche Belastung darstellt, da sie keine Erholung von der Hitze bietet. In Kombination mit der andauernden Trockenheit und Windspitzen begünstigt dies zudem die Waldbrandgefahr, die auf Gran Canaria sowie den Nachbarinseln aktuell alarmierende Ausmaße annimmt.
Der anhaltende Hitzesommer steht zudem im Kontext der sogenannten canícula, der offiziell bis Mitte August andauernden Hochsommerperiode in Spanien, die in ihrer Intensität durch den Klimawandel zunehmend erschwert wird. Die Herausforderungen durch extreme Hitze erfordern erhöhte Wachsamkeit und Anpassungsstrategien – nicht nur für die Bewohner Gran Canarias, sondern für ganz Spanien.
Die außergewöhnlichen Temperaturen auf Gran Canaria zeigen eindrücklich, wie regionale geografische Gegebenheiten mit dem globalen Klimageschehen verschmelzen können, um lokale Wetterextreme hervorzurufen. Für Urlauber und Einheimische gilt nun, die Warnungen ernst zu nehmen und sich bestmöglich vor den gesundheitlichen Risiken der anhaltenden Hitze zu schützen.
Quelle: Agenturen





