Die neuesten Daten des spanischen Statistikamtes INE zeigen, dass die Hälfte der Arbeitnehmer in Spanien weniger als 25.000 Euro brutto jährlich verdient. Trotz eines Anstiegs des Durchschnittslohns auf 29.540 Euro bleibt der Medianwert, also der Wert, der die Lohnempfänger in zwei gleich große Gruppen teilt, überraschend niedrig. Diese Diskrepanz verdeutlicht, warum der Median oft aussagekräftiger ist als der Durchschnitt.
Der Durchschnitt wird durch einige wenige Spitzenverdiener stark nach oben gezogen und spiegelt daher nicht das typische Einkommen wider. Der Median hingegen zeigt, dass die Mehrheit der Arbeitnehmer unter dieser Grenze bleibt. Besonders auffällig ist das häufigste Gehalt, das sogenannte Modalgehalt, das mit 16.520 Euro deutlich unter dem Median liegt. Dies liegt unter anderem am stark gestiegenen Mindestlohn, der viele Niedriglohnempfänger in die Nähe dieser Summe hebt.
Unterschiede zeigen sich auch je nach Branche und Region: Während die Energieversorgung mit fast 58.000 Euro im Durchschnitt am besten bezahlt, liegen beispielsweise das Gastgewerbe und künstlerische Berufe deutlich darunter. Geografisch führen das Baskenland, Madrid und Navarra die Lohnstatistik an, während der Süden Spaniens deutlich zurückbleibt. Auch das Lohngefälle zwischen Männern und Frauen ist mit 16,1 Prozent wieder gestiegen.
Für Menschen, die in Spanien arbeiten oder auswandern möchten, sind diese Zahlen wichtig. Trotz steigender Löhne wachsen die Lebenshaltungskosten schneller, und Steuerabzüge verringern das verfügbare Einkommen deutlich. Politisch wird kritisiert, dass das Wirtschaftswachstum vor allem auf Bevölkerungszuwachs und höhere Staatsausgaben zurückzuführen ist, während viele Arbeitnehmer davon wenig profitieren.
Insgesamt verdeutlichen die Daten, dass der Durchschnittslohn allein kein vollständiges Bild der wirtschaftlichen Lage der spanischen Arbeitnehmer liefert und der Medianwert eine realistischere Einschätzung ermöglicht.
Quelle: Agenturen




