Die zunehmende Bedrohung durch Hitzewellen trifft vor allem ältere Menschen in Spanien besonders hart. Die Sterblichkeit bei Menschen über 65 Jahren aufgrund hoher Temperaturen ist in den letzten Jahrzehnten dramatisch gestiegen – um beeindruckende 85 Prozent zwischen den Zeiträumen 2000–2004 und 2017–2021. Im Sommer 2022 wurden mehr als 11.300 hitzebedingte Todesfälle verzeichnet, eine der höchsten Zahlen in Europa.
Die Ursachen für dieses alarmierende Phänomen sind vielfältig. Neben dem Klimawandel, der die Temperaturen generell ansteigen lässt, spielt die demografische Entwicklung eine entscheidende Rolle: In den kommenden Jahrzehnten werden etwa drei von zehn Spaniern älter als 65 Jahre sein. Hinzu kommt die problematische Stadtplanung, die sogenannte Hitzeinseln in Großstädten wie Madrid, Sevilla oder Zaragoza entstehen lässt, wo die Temperaturen im Zentrum oft bis zu 7 Grad höher als im Umland sind.
Ältere Menschen sind besonders gefährdet, da ihr Körper Hitze schlechter reguliert. Sie schwitzen weniger und verspüren oft keinen Durst, was zu unbemerkter Dehydrierung führen kann. Medikamente wie Diuretika oder Betablocker erhöhen zusätzlich das Risiko. Einsamkeit, schlechte Wohnverhältnisse und fehlende Kühlung verschärfen die Situation weiter.
Um dieser Krise zu begegnen, fordert die Stiftung HelpAge International Spanien klare und verbindliche Präventionsmaßnahmen. Dazu gehören die Einrichtung von Registern für gefährdete Personen, die Schaffung von Klimazufluchtsorten mit Wasser und Ruheplätzen sowie strenge Protokolle in Pflegeeinrichtungen, etwa die regelmäßige Überwachung von Vitalfunktionen und aktive Flüssigkeitszufuhr.
Die Gefahr endet nicht mit dem Abklingen der Hitzeperiode: Viele Todesfälle entstehen durch akkumulierte Organschäden in den Tagen danach. Deshalb ist eine fortwährende Überwachung auch nach der Hitzewarnung unerlässlich, um Leben zu retten und die Gesundheit älterer Menschen nachhaltig zu schützen.
Quelle: Agenturen





