Die Abhängigkeit Europas von einem einzigen amerikanischen Unternehmen, wie Starlink, ist spätestens seit den Kommunikationsproblemen im Ukraine-Krieg in den Fokus gerückt. Mit dem Satellitenprogramm IRIS² will die Europäische Union nun technologische Souveränität schaffen und eigenen strategischen Interessen besser gerecht werden.
IRIS² steht für „Infrastructure for Resilience, Interconnectivity and Security by Satellite“ und soll ab 2029 ein Netzwerk aus insgesamt 348 Satelliten bereitstellen. 330 Satelliten werden in niedrigen, 18 in mittelhohen Umlaufbahnen positioniert; zusätzliche 66 Einheiten sind für Verteidigungs- und Katastrophenschutzzwecke vorgesehen. Herausragend dabei: Die Kommunikation wird auf Quantentechnologie zur Verschlüsselung setzen. Vorrang erhalten staatliche und sicherheitskritische Akteure – Privatkunden kommen erst später ins Spiel.
OHB (Bremen) koordiniert mit SES die Produktion der mittelhohen Satelliten.
Aerospacelab (Belgien) liefert 264 Einheiten für niedrige Orbits.
Airbus ist für mindestens 66 militärische Satelliten verantwortlich.
Deutschland arbeitet parallel an „SATCOMBw 4“, einem eigenen militärischen Satellitennetzwerk. Zwischen acht und zehn Milliarden Euro sind hierfür eingeplant, und bis 2030 soll die NATO-Ostflanke zunächst mit bis zu 40 Satelliten abgedeckt werden. Das Konsortium aus OHB und Rheinmetall ist ein Favorit für die Umsetzung, Entscheidung und Start werden mit Spannung erwartet.
Trotz ambitionierter Pläne ist die Frage, ob der Zeithorizont bis 2029 gehalten werden kann, offen. Engpässe bei Raketenstarts und der notwendige Aufbau unabhängiger Kapazitäten bleiben die größten Herausforderungen. Doch der Wille Europas, sich selbstständig aufzurichten, war selten so spürbar wie heute.
Quelle: Agenturen





