Israel lässt Aktivisten der „Global Sumud“-Flottille frei – bis auf zwei

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Israel hat die Freilassung der meisten Aktivisten bestätigt, die bei der Aufbringung der „Global Sumud“-Flottille in internationalen Gewässern festgenommen worden waren, mit Ausnahme von zwei Personen, die zur Vernehmung nach Israel gebracht werden sollen.

Das israelische Außenministerium teilte am Freitag (01.05.2026) mit, dass sich rund 175 Teilnehmer bereits in Griechenland befinden, während der Palästinenser Saif Abu Keshek und der Brasilianer Thiago Ávila weiterhin in Gewahrsam sind.

Die israelischen Behörden rechtfertigten die Festhaltung der beiden Aktivisten in einer Erklärung in den sozialen Medien. Abu Keshek wird verdächtigt, einer terroristischen Organisation anzugehören, wie das Ministerium angab, während Ávila Vorwürfe wegen „illegaler Aktivitäten“ entgegenstehen, ohne dass konkrete Anklagepunkte genannt wurden. Beide Koordinatoren der Global Sumud-Flottille werden in Israel verhört werden.

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Der Brasilianer hat bereits mehrfach an humanitären Missionen nach Gaza teilgenommen und wurde im vergangenen April am Flughafen von Buenos Aires festgehalten, als Argentinien – ein Verbündeter Israels – ihm die Einreise verweigerte. Ávila wollte gerade die lokale Delegation der Flottille bekanntgeben und nahm kürzlich am Konvoi „Nuestra América“ nach Kuba teil, wodurch er sich als einer der Hauptorganisatoren der Bewegung etablierte.

Saif Abu Keshek verteidigte seinerseits im September 2025 in einem Interview mit Middle East Eye die Strategie der Gewaltlosigkeit und nahm damit Berichten über mögliche Einstufungen als Terroristen durch Israel vorweg. Zeitgleich mit dem Start der aktuellen Flottille veröffentlichte das israelische Außenministerium eine Mitteilung, in der Abu Keshek als „Hamas-Aktivist“ bezeichnet wurde und behauptet wurde, er besitze ein Unternehmen in Spanien, dem Schiffe gehören, die an der Mission teilnehmen.

Die israelische Armee hat 22 der 58 Schiffe der Global Sumud-Flottille in den frühen Morgenstunden des Donnerstags etwa 100 Kilometer westlich der griechischen Insel Kreta abgefangen. Die Operation fand in internationalen Gewässern statt und endete mit der Verlegung der Aktivisten auf ein israelisches Schiff. Die Festgenommenen waren auf dem Weg nach Gaza im Rahmen einer humanitären Mission, als sie aufgebracht wurden.

Am Freitag fahren 33 der zur Flottille gehörenden Schiffe laut dem Schiffsortungssystem der Organisation weiter entlang der Südküste Kretas in Richtung Gazastreifen. Allerdings ist derzeit noch unklar, wo ihr endgültiges Ziel liegt und ob sie ihre humanitäre Mission erfolgreich abschließen können.

Das griechische Außenministerium bestätigte, dass es sich weiterhin mit den israelischen Behörden abstimmt, um die sichere Ausschiffung der Aktivisten auf griechischem Gebiet zu gewährleisten. Eine Delegation der griechischen Regierung begab sich gestern Abend zum Ankunftsort der Teilnehmer, dessen genauer Standort nicht bekannt gegeben wurde, um die notwendigen Maßnahmen zu organisieren und mit den anwesenden ausländischen Konsularbehörden zusammenzuarbeiten.

Quelle: Agenturen